Aktualisiert 11.07.2012 21:49

Nicht menschenwürdigSpielplatzverbot für Kinder aus Asyl-Unterkunft?

Die Kritik an der Notunterkunft Hochfeld wird immer lauter: Gerade Kinder sollen ungenügend versorgt werden.

von
Nathalie Jufer
In der Notunterkunft Hochfeld sind 24 Kinder auf engstem Raum untergebracht.

In der Notunterkunft Hochfeld sind 24 Kinder auf engstem Raum untergebracht.

Keine Spielsachen, schlechte Ernährung, unsaubere sanitäre Anlagen: Linke Politiker prangern in einem Vorstoss die Zustände für Kinder in der Notunterkunft (NUK) Hochfeld an. «Offenbar dürfen sie nicht mal den nahe gelegenen Spielplatz benutzen», sagt GB-Stadträtin Cristina Anliker-Mansour. Nachdem zwei der Kinder dort ihr Geschäft verrichtet hätten, sei ein Verbot ausgesprochen worden.

24 Kids zwischen einem und 15 Jahren sind in der NUK Hochfeld untergebracht. Diese seien auf engstem Raum den Gesprächen und dem Sexualleben der Erwachsenen ausgeliefert. Für Anliker ist klar: «Diese Zustände kann man nicht akzeptieren.» Elango Kanakasundaram von Bleiberecht Bern sieht das auch so: «Es ist schlichtweg nicht menschenwürdig.»

Um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen, wollte Anliker mit einer Delegation von Politikern aus allen Lagern die NUK Hochfeld besuchen. Der Termin am 7. Juni wurde aber von der Leiterin des ­Migrationsamts Iris Rivas kurzfristig ab­gesagt. «Trotz Anfrage habe ich keinen neuen Termin erhalten», so Anliker. Dies ist für sie ein weiteres Zeichen dafür, dass etwas schieflaufe. Rivas wollte gegenüber 20 Minuten keine Stellung nehmen. Sie verwies auf eine künftige Antwort des ­Gemeinderates auf den Vorstoss.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.