Spielsperren im Basler Grand Casino rückläufig
Aktualisiert

Spielsperren im Basler Grand Casino rückläufig

Das Sozialkonzept des Basler Grand Casino scheint zu greifen: Nach einem Maximum von 500 Sperren im Jahr 2005 wird heuer nur noch rund eine pro Tag ausgesprochen.

Sichtbare Nervosität, Aggression, eine längere Aufenthaltsdauer am Spieltisch oder eine Veränderung der Einsätze sind Anzeichen eines so genannt problematischen Spielverhaltens. «Bei uns ist das Personal geschult, auf solche Anzeichen zu achten und Meldung zu machen», sagt Michèle Wilhelm, Sozialkonzeptbeauftragte des Grand Casino Basel, das rund 639 000 Gäste im Jahr zählt. Die problematischen Spieler reagierten meist positiv, wenn sie von Wilhelm angesprochen werden: Rund 80 Prozent der Betroffenen beantragen gleich selbst eine Sperre.

Schweizweit einmalig am Präventionskonzept des Basler Casinos ist die Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Uni-Klinik Basel. Das Casino finanziert auf Wunsch drei Sitzungen bei der Beratungsstelle für Spielprobleme. «Die Zahl der Beratungen steigt tendenziell», sagt Leiter Renanto Poespodihardjo. Etwa je zur Hälfte Frauen und Männer nehmen das Angebot in Anspruch. Der Erfolg zeigt sich in steigender Beratungsbereitschaft und sinkenden Spielsperren – ganz im Gegensatz zum gegenwärtigen Trend in der Schweiz: Laut Spielbankenkommission ist 2006 die Zahl der gesperrten Besucher um 3000 auf 17 000 gestiegen.

(lvi)

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