Aktualisiert 23.10.2018 12:54

Österreich

Spielsüchtiger gewann Prozess gegen Novomatic

Ein Niederösterreicher klagte Novomatic und bekam Recht, der Glücksspielkonzern muss 2,85 Millionen Franken zurückzahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Zehn Jahre lang verzockte ein Niederösterreicher an Glücksspiel-Automaten in Wien sein Hab und Gut. Mehr als 2 Millionen Euro steckte der Mann von 2002 bis 2012 in die von Novomatic betriebenen Maschinen.

Vor Gericht wollte er sich sein Geld jetzt zurückholen und bekam tatsächlich Recht. Novomatic muss ihm 2,5 Millionen Euro, das sind 2,85 Millionen Franken, zurückzahlen, also weit mehr als er verspielt hat. Denn laut Urteil muss Novomatic auch für die Zinsen aufkommen, die dem Niederösterreicher seit 2002 entgangen sind.

Das Urteil basiert auf der Einschätzung des Landesgerichts Wr. Neustadt, dass die geschlossenen Glücksspielverträge unwirksam sind. Laut einem psychiatrisch-neurologischen Sachverständigen-Gutachten konnte der Mann dem exzessiven Zocken nämlich nicht widerstehen. Der Mann sei somit «partiell geschäftsunfähig» gewesen.

Die Juristen des Glücksspielkonzerns legten Berufung gegen das Urteil ein. Dieses ist somit nicht rechtskräftig und der Prozess geht zumindest eine weitere Runde.

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