Neues Duo im Abwehrzentrum: Spielt Klose neben seinem «Vorbild»?
Aktualisiert

Neues Duo im AbwehrzentrumSpielt Klose neben seinem «Vorbild»?

Nati-Coach Ottmar Hitzfeld liess sich die Aufstellung für das EM-Quali-Spiel gegen Wales noch nicht entlocken. Aber alles deutet auf ein neues Innenverteidiger-Duo hin.

von
Eva Tedesco
Swansea

Der neue Partner an der Seite von Fulham-Verteidiger Philippe Senderos wird wohl Timm Klose sein. Der Neo-Nürnberger hat in diesem Sommer mit hervorragenden Leistungen an der U21-EM in Dänemark aufhorchen lassen und sich nach seinem Wechsel auf diese Saison hin in die Bundesliga auf Anhieb einen Stammplatz erobert. Fällt die Wahl Hitzfelds auf den 23-jährigen Basler, bedeutet das, dass der Schweizer Nati-Trainer bereits das dritte Duo im Abwehrzentrum in dieser Kampagne bilden wird. Beim 3:1-Sieg gegen Bulgarien am 6. September in Basel, wie auch in den zwei Partien zuvor, hiess der Kompagnon des Genfers noch Johan Djourou. Der Arsenal-Defensivmann muss in Wales allerdings wegen einer Gelbsperre zusehen.

Die Alternative zu Klose ist Steve von Bergen. Für den Cesena-Söldner spricht nicht nur, dass er sich in der Bundesliga und in der Serie A bewährt hat, sondern auch die Erfahrung von 21 Länderspielen, im Gegensatz zu den 33 Minuten von Klose gegen Liechtenstein. Aber mit nur einem Punkt aus fünf Partien durchlebt von Bergen in Italien schwierige Zeiten und bringt vielleicht nicht den positiven Groove mit, den sich Hitzfeld derzeit für seine junge Truppe wünscht. Klose hingegen lief es zuletzt traumhaft. Nach einem guten Jahr mit Thun in der Super League schaffte der Basler mit der U21-Nati den Einzug in den EM-Final und ritt zusammen mit seinen Kollegen Shaqiri, Frei und Xhaka auf einer riesigen Erfolgswelle. Als Lohn erhielt der Neo-Bundesligaspieler das Aufgebot für die A-Nati. Der positive Nebeneffekt: Klose, der zudem auch noch den deutschen Pass besitzt, wäre für immer an die Schweiz gebunden.

Wechselnde Partner an der Seite

Für Senderos spielt es keine grosse Rolle, wen er neben sich hat. «Der Coach hat in den letzten Tagen in den Trainings einige Tests gemacht. Aber er hat uns noch nicht gesagt, wer spielen wird», so der Genfer am Donnerstagmittag im Teamhotel in Swansea. Der Fulham-Verteidiger (neun Einsätze bisher in der Premier - und Europa League) ist es vom Klub her gewöhnt, dass er mit wechselnden Partnern auskommen muss. «Wir sind fünf Innenverteidiger bei Fulham und ich habe schon mit allen einmal zusammengespielt.» Von Bergen kennt Senderos auch aus vorangegangenen Länderspielen. Mit Timm Klose habe er lediglich im Training ein Duo gebildet.

Hitzfeld kritisiert die Uefa

«Es wäre fantastisch, wenn ich in Wales von Anfang an spielen dürfte», sagt Klose. Die Nasenprellung, die er sich in der Meisterschaft zugezogen hatte, behindert den ehemaligen Thuner nicht. «Ich atme sowieso durch den Mund, deshalb ist das nicht weiter tragisch.» Die Vorfreude vielleicht neben einem «Vorbild» auflaufen zu dürfen, ist riesig. Senderos sei zwar lediglich drei Jahre älter, aber Klose habe die Karriere des Genfers genau mitverfolgt und den Weg von Senderos bewundert. «Philippe ist ein grossartiger Spieler und ein Leader», so Klose. «Die Tür ist für junge Spieler offen», sagt Senderos. Die Lorbeeren nimmt er aber nicht an. «Ich bin ein Profi. Wenn ich den Jungen helfen kann, ist das gut so.»

Die doppelte Erfahrung von Senderos

Die Erfahrung von Senderos, der nach Gökhan Inler (50) mit 44 Länderspielen im aktuellen Kader die zweitmeisten Einsätze für die Schweiz vorweisen kann, ist gegen Wales doppelt gefragt. «Ich spiele in der Premier League jede Woche gegen diese Spieler und kenne sie gut. Natürlich ist die Nationalmannschaft etwas anderes als der Klub, aber wir wissen schon einiges über Wales und dass wir eine gute Chance auf die Qualifikation haben. Und gegen Bulgarien haben wir ein gutes Spiel gemacht - da wollen wir weiterfahren.»

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