Mini-VW als Ballbringer - Spielzeugauto an der EM kostet VW wohl mehrere Millionen Franken
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Mini-VW als BallbringerSpielzeugauto an der EM kostet VW wohl mehrere Millionen Franken

Am EM-Final bringt ein Modellauto von VW den Ball zum Schiedsrichter. Die Aktion sorgt in den sozialen Medien für Begeisterung. VW hat dafür tief ins Portemonnaie gegriffen.

von
Barbara Scherer
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Am EM-Finale bringt dieser Mini-VW den Ball zum Schiedsrichter.

Am EM-Finale bringt dieser Mini-VW den Ball zum Schiedsrichter.

UEFA via Getty Images
Denn Volkswagen gehört neben Alipay, Booking.com, FedEx und Hisense zu den offiziellen Sponsoren der EM 2021.

Denn Volkswagen gehört neben Alipay, Booking.com, FedEx und Hisense zu den offiziellen Sponsoren der EM 2021.

imago images/Sven Simon
Ziel sei es damit, Fussball-Fans für Elektromobilität im Allgemeinen zu begeistern, heisst es auf Anfrage.

Ziel sei es damit, Fussball-Fans für Elektromobilität im Allgemeinen zu begeistern, heisst es auf Anfrage.

REUTERS

Darum gehts

  • VW ist offizieller Sponsor der EM und stellt das Ballkind.

  • Dabei setzt der Autobauer auf ein ferngesteuertes Modellauto.

  • In den sozialen Medien wird der Mini-VW abgefeiert.

  • Für die Aktion blättert das Unternehmen wohl mehrere Millionen hin.

Das Ballkind der Europameisterschaft fällt sofort auf. Denn statt einem Kind bringt an dieser EM ein Spielzeugauto den Ball aufs Feld. Der ferngesteuerte Mini-VW ist bereits beim Eröffnungsspiel und in den beiden Halbfinals zum Einsatz gekommen. Auch am Finale bringt das Modellauto den Ball zum Schiedsrichter.

Denn Volkswagen gehört neben Alipay, Booking.com, FedEx und Hisense zu den offiziellen Sponsoren der laufenden EM. «Unser Ziel ist es, damit Fussball-Fans für Elektromobilität im Allgemeinen zu begeistern», sagt ein Pressesprecher zu 20 Minuten.

Tatsächlich begeistert der Mini-VW. Besonders in den sozialen Medien wird das Modellauto abgefeiert. So hat das ferngesteuerte Ballkind sogar einen eigenen Account auf Twitter unter dem Namen Tiny Football Car bekommen.

Das Modellauto ist gerade einmal 97 Zentimeter lang und wiegt knapp 15 Kilogramm. Doch es steckt viel Power in dem Mini-VW: Theoretisch könnte er 90 Stundenkilometer fahren. An der EM-Eröffnung war das Modellauto aber gedrosselt und mit nur knapp 30 Stundenkilometern unterwegs, wie es vonseiten VW heisst.

Für die EM wurde eine spezielle Vorrichtung zum Transport des Balles installiert. «Es handelt sich um eine Sonderanfertigung», sagt der VW-Sprecher. Die Anfertigung habe etwa zwei Monate gedauert. Dabei sei das Auto Teil des Sponsoring-Pakets. Wie viel VW dafür ausgegeben hat, will das Unternehmen aber nicht verraten.

Mehrere Millionen Euro pro Sponsor

«Gewöhnlich hat die UEFA um die 300 bis 400 Millionen Euro von den Sponsoren erhalten», sagt Marketing-Expertin Adrienne Suvada von der ZHAW. Darum sei anzunehmen, dass VW an dieser EM mehrere Millionen bezahlt. «Das ist aber bloss eine Schätzung», so Suvada.

Die grosse internationale Sichtbarkeit durch die Europameisterschaft habe auch einen hohen Werbewert. Dabei handle es sich um ein Investment vonseiten der Sponsoren: Die Unternehmen bezahlen tendenziell mehr als sie finanziell herausholen.

«Meistens geht es auch um die Verbesserung des eigenen Images dabei», so Suvada. Denn eine solche Aktion erhöhe die Sichtbarkeit und könne Auswirkungen auf gewisse Zielgruppen haben. Das hat auch Auswirkungen auf den Absatz der Produkte der Marke.

Ein Spielzeugauto als Ballträger einzusetzen sei relativ neu und wirke dadurch interessant. «In jedem von uns steckt auch ein Kind und gerade Spielzeugautos, genauso wie Plüschtiere, geniessen grosse Sympathie», erklärt die Marketingexpertin. Die Aktion wecke nicht nur Aufmerksamkeit, sondern sei auch sympathisch.

Dass dadurch das Ballkind wegfalle, sei zwar schade. In Zeiten von Corona aber sinnvoll, um den direkten Kontakt zu minimieren, so Suvada. Es sei aber wichtig, das Auto nicht zu oft einzusetzen. Nur so bleibe es eine kleine Überraschung. Sonst werde die Aktion schnell langweilig.

Der EM-Ball hat einen Namen

Die Fussball-Europameisterschaft hätte schon im Sommer 2020 stattfinden sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste sie jedoch um ein Jahr verschoben werden. Obwohl dieses Jahr gespielt wird, heisst sie aber trotzdem Uefa Euro 2020. Es wurden 51 Spiele in elf europäischen Ländern ausgetragen. Wie alle Bälle hat auch der Ball der EM 2021 einen Namen. Er heisst Uniforia. Der Name setzt sich aus den Wörtern Unity, also Einheit und Euphoria, Begeisterung, zusammen.

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