Zuger Sex-Affäre: Spiess-Hegglin boxt sich die Wut aus dem Bauch
Aktualisiert

Zuger Sex-AffäreSpiess-Hegglin boxt sich die Wut aus dem Bauch

Jolanda Spiess-Hegglin betreibt neuerdings Kampfsport. Damit will sie ihre innere Sicherheit stärken und gleichzeitig lernen, wie sie im Notfall Männer ausser Gefecht setzen kann.

von
Daniela Gigor
Jolanda Spiess-Hegglin absolviert seit einem Monat in Baar ein Frauen-Kampftraining.

Jolanda Spiess-Hegglin absolviert seit einem Monat in Baar ein Frauen-Kampftraining.

Kein Anbieter/zVg

«Jeweils am Mittwochabend fliegen bei uns die Fäuste.» Dies schreibt Jolanda Spiess-Hegglin (34) auf Facebook. Auf Anfrage sagt Spiess-Hegglin, dass sie seit einem Monat ein Frauen-Kampftraining in Baar besucht. Es habe sie schon länger gereizt, nun habe sie sich Boxhandschuhe und Schienbeinschoner zugelegt. Wie auf der Website der Fightschool zu lesen ist, heisst Spiess-Hegglins Kurs «Strong Skills». Laut Fightschool-Inhaber Dominik Riederer ist es in dieser Schule der erste solche Kurs speziell für Frauen. «Weil es bei den Frauen eine grosse Nachfrage nach einem für sie spezifischen Kurs gibt, habe ich ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Im Vordergrund steht die Stärkung der menschlichen Psyche mit dem Bonus der Selbstverteidigung», sagt Riederer.

Training mit männlichen Kampfpuppen

Jolanda Spiess-Hegglin sagt, sie lerne im Kurs viele Elemente aus verschiedenen Kampfsportarten kennen. Damit wolle sie auch ihre «innere Sicherheit» wiederherstellen und stärken. Und: «Mit Körperkontakt lernt man, wie man sich verteidigen kann und wo es einem möglichen Angreifer am meisten wehtut.» Trainiert wird an einer männlichen Kampfpuppe aber auch Frau gegen Frau. «Ich denke bei den Trainings an mich und meinen Körper. Es gilt zu koordinieren, wie man etwa stehen und das Gleichgewicht halten kann.» Auf Facebook wurde sie schon mit einem Augenzwinkern gefragt, ob im Kurs denn Männer verprügelt würden. Spiess-Hegglin dazu: «Nein, aber wir trainieren, dass wir es könnten.»

Yoga soll «innere Ruhe» bringen

Die fraktionslose Kantonsrätin bertreibt das Kampftraining auch, um einfach mal Dampf abzulassen. «Im Training lerne ich die Wut im Bauch zu kanalisieren und gezielt zu kontrollieren.» Sie werde aber auch noch eine weitere Richtung einschlagen. «Ich denke da etwa an Yoga, damit ich lernen kann abzuschalten und mich zu beruhigen, damit ich die innere Ruhe finden kann», sagt Spiess-Hegglin weiter.

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