Zuger Sex-Affäre: Spiess-Hegglin sieht Anzeige gelassen entgegen
Aktualisiert

Zuger Sex-AffäreSpiess-Hegglin sieht Anzeige gelassen entgegen

Der Zuger SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann hat seine grüne Ratskollegin Jolanda Spiess-Hegglin wegen übler Nachrede und Verleumdung angezeigt.

von
pat/dag
Markus Hürlimann hat seine Ratskollegin Spiess-Hegglin angezeigt.

Markus Hürlimann hat seine Ratskollegin Spiess-Hegglin angezeigt.

Jolanda Spiess-Hegglin hatte stets den Verdacht geäussert, ihr seien während der Zuger Landammann-Feier kurz vor Weihnachten K.-o.-Tropfen verabreicht worden.

Jetzt reagiert SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann und zeigt seine Ratskollegin wegen übler Nachrede und Verleumdung an, wie ein Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörde der «NZZ am Sonntag» bestätigt. «Wir haben eine Untersuchung eröffnet», so der Sprecher. Hürlimanns Anwalt, Markus Dormann, wollte keine Details nennen. Es sei nun Sache der Staatsanwaltschaft, die konkreten Anhaltspunkte abzuklären.

Es bestehe aber der Verdacht, «dass öffentliche Aussagen von Frau Spiess-Hegglin in der Bevölkerung den Eindruck erweckt haben, Markus Hürlimann habe sich eines Verbrechens schuldig gemacht», so Dormann weiter.

Die angezeigte Politikerin nahm am Sonntag nicht persönlich Stellung, sondern verwies auf ihren Sprecher Patrick Senn. Dieser sagte: «Frau Spiess-Hegglin schaut der Anzeige mit Gelassenheit entgegen.» Weitere Kommentare würden nicht abgegeben. Die NZZ schreibt, Spiess-Hegglin habe stets bestritten, ihren Ratskollegen direkt beschuldigt zu haben. Anfang März liess Spiess-Hegglin verlauten, sie habe Hürlimanns Verhaftung nicht gewollt, sie könne sich einfach schlecht vorstellen, dass er zu einer solchen Tat fähig wäre.

Keine Hinweise auf K.-o.-Tropfen

Hürlimann soll am 21. Dezember während der Landammannfeier seine Kantonsratskollegin Jolanda Spiess-Hegglin mit K.-o.-Tropfen gefügig gemacht und gegen ihren Willen Sex mit ihr gehabt haben. Hürlimann bestreitet dies.

Spiess-Hegglin konnte sich nach der Feier an nichts mehr erinnern. Weil sie unter Unterleibsschmerzen litt, ging die 34-Jährige ins Spital und die Ärzte informierten die Polizei. Hürlimann verbrachte einen Tag in Untersuchungshaft. Spiess-Hegglin erstattete keine Anzeige. Die Untersuchung von Blut-, Urin- und Haarproben ergab keine Hinweise auf K.-o.-Tropfen.

«Unbestritten besteht ein öffentliches Interesse»

Derweil dauern die Untersuchungen an, ob sich ein Sexualdelikt zugetragen hat oder nicht. Dies sagte Marcel Schlatter, Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, gegenüber der «Neuen Zuger Zeitung». Wie lange die Untersuchungen noch andauern würden, lasse sich zurzeit nicht sagen. Die Befragungen seien aber abgeschlossen. Nun würden die Aussagen analysiert und mit den gemachten Äusserungen von Spiess-Hegglin verglichen. Auf die Frage, wer das Ermittlungsverfahren bezahlen müsse, sagte Schlatter: «Die Kosten eines Verfahrens werden allgemein entweder vom Kanton oder – im Fall einer Verurteilung – von der beschuldigten Person getragen.» Auf jeden Fall, unabhängig vom Ausgang der Untersuchung, werde die Öffentlichkeit über das Resultat informiert. Denn: «Unbestritten besteht ein öffentliches Interesse an dem Fall», so Schlatter.

Deine Meinung