Aktualisiert 27.09.2005 14:19

Spiezer sollen Thuner Stadion bauen

Ein Architektenteam aus Spiez und Zürich hat den Projektwettbewerb für das neue Sportstadion im Süden der Stadt Thun gewonnen.

Das Projekt «sole» zeichnet sich laut Jury durch seine Klarheit und Angemessenheit aus. Ein niedriger, rechteckiger Baukörper beim Autobahnanschluss Thun-Süd soll das 10 000 Besuchern Platz bietende Fussballstadion und ein Einkaufszentrum beherbergen. Der Komplex präsentiert sich flach, alle Nutzungen sind unter dem gleichen Dach. Die Bedachung wölbt sich über den Zuschauertribünen leicht auf und wird von den schräg angeordneten Masten der Flutlichtanlage überragt.

Nördlich des Stadions entsteht der Leichtathletik-Komplex sowie neue Rasenspielfelder. Der Parkplatz kommt auf das Dach des Einkaufszentrums. Damit die Fahrzeuge keinen allzugrossen Höhenunterschied bis zum Parkplatz überwinden müssen, wird das Spielfeld des Fussballstadions leicht ins Terrain abgesenkt.

Die im Gebiet des geplanten Stadionkomplexes heute angesiedelten Familiengärten bleiben bestehen. Laut Stadt muss lediglich eine kleine Fläche des Familiengarten-Terrains verlegt werden.

Zehn Teams im Wettbewerb

«sole» stammt von Brügger Architekten Spiez und pool Architekten Zürich, wie die Stadt Thun am Dienstag mitteilte. Am Wettbewerb beteiligten sich zehn Teams aus dem In- und Ausland. Zwölf waren aus 65 Bewerbungen vorselektioniert worden, zwei zogen sich später noch zurück.

Die anonyme, 15-köpfige Jury empfiehlt das ausgewählte Projekt zur Weiterbearbeitung. Die Investoren sind verpflichtet, das Projekt zu realisieren. Für die Sportanlagen rechnen die Behörden mit Bruttoinvestitionen von 50 Mio. Franken, für das Einkaufszentrum mit 120 Mio. Franken. Letzteres wird privat finanziert.

Politischer Schlussspurt

Vor der Realisierung muss das Projekt noch die Hürde der Volksabstimmung nehmen. Die Stimmberechtigen befinden im Februar über einen Landabtausch mit der Burgergemeinde und den Bruttokredit für den Bau der Sportanlagen. Die Umzonungsentscheide des Stadtrates unterliegen dem fakultativen Referendum. Würde dieses ergriffen, könnte das Volk im Mai darüber befinden.

Trotz der Euphorie um den Erfolg des FC Thun, sind nicht alle mit dem geplanten Stadion einverstanden. Ein Komitee für nachhaltige Stadtentwicklung fordert, ein bescheidenes Stadion am alten Standort im Lachengebiet.

Für wichtige nationale oder internationale Anlässe könne das Stade de Suisse in Bern benutzt werden. Auch ein weiteres Einkaufszentrum brauche Thun nicht, schreibt das Komitee in einer Mitteilung.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.