Tatort Bieler Pizzeria   – Spion in Gefrierraum gesperrt – Anklage gegen PKK-Folterer erhoben 
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Tatort Bieler Pizzeria Spion in Gefrierraum gesperrt – Anklage gegen PKK-Folterer erhoben

Im Mai 2019 sollen vier Kurden einen Landsmann gepeinigt haben, der sie für den türkischen Geheimdienst bespitzelte. Nun sind sie wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung angeklagt worden.

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Tatort Pizzeria-Keller: Zweimal soll der mutmassliche Spion barfuss über zehn Minuten in den Tiefkühlraum gesperrt worden sein. (Symbolbild)

Tatort Pizzeria-Keller: Zweimal soll der mutmassliche Spion barfuss über zehn Minuten in den Tiefkühlraum gesperrt worden sein. (Symbolbild)

Sucharas Wongpeth
Der kurdische Asylbewerber arbeitete als Pizzaiolo in besagtem Restaurant. (Symbolbild)

Der kurdische Asylbewerber arbeitete als Pizzaiolo in besagtem Restaurant. (Symbolbild)

Mixetto
Während mehr als sechs Stunden soll er im Keller des Lokals gefoltert worden sein. (Symbolbild)

Während mehr als sechs Stunden soll er im Keller des Lokals gefoltert worden sein. (Symbolbild)

Lebazele

Darum gehts

  • Vier in der Schweiz lebende Kurden haben im Mai 2019 einen 37-jährigen Landsmann verletzt und mit dem Tod bedroht.

  • Dieser soll für die Türkei als Maulwurf agiert haben. Mit der Folter-Aktion sollte ihm ein Geständnis abverlangt werden.

  • Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die mutmasslichen Täter der Freiheitsberaubung, der versuchten Nötigung und der Körperverletzung.

Im Kanton Bern eskalierte im Mai 2019 eine Spionage-Aktion: Vier Kurden sollen einen damals 37-jährigen kurdischen Asylbewerber, der für die Türkei als Maulwurf agiert haben soll, verletzt und im Tiefkühlraum einer Pizzeria eingesperrt haben. Sie wurden noch im selben Monat verhaftet und in Untersuchungshaft gesetzt.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland Anklage gegen die vier mutmasslichen Peiniger erhoben. Ihnen wird Freiheitsberaubung, versuchte Nötigung und Körperverletzung vorgeworfen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Gemäss Anklageschrift soll das Opfer über sechs Stunden lang «im Namen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK)» mit Schlägen traktiert und mit dem Tod bedroht worden sein. Man werde ihm «alle Knochen brechen, ihn zerstückeln, ihn bis zum nächsten Morgen im Tiefkühler lassen», sollen die mutmasslichen Täter gesagt haben. Zweimal soll der Mann barfuss für jeweils etwa zehn Minuten in den begehbaren Tiefkühlraum gesperrt worden sein. Mit der Tortur sollte ein Geständnis aus ihm herausgepresst werden.

Vater und Sohn bei Besuch in Türkei festgenommen

Denn der 37-jährige Asylbewerber, der in besagtem Restaurant als Pizzaiolo arbeitete, soll den kurdischen Besitzer der Pizzeria ausspioniert sowie dessen Vater und Bruder an die türkischen Behörden verraten haben, wie die Zeitung weiter schreibt. Bei einem Besuch in der Türkei wurden die beiden Bieler dann festgenommen. Chatverläufe auf dem Handy des Opfers sollen dessen Verrat dokumentiert haben. Auch gegen den Pizzaiolo läuft bei der Bundesanwaltschaft ein Verfahren – wegen des Verdachts auf Spionage.

Insgesamt sollen gar sechs Personen an der Folter beteiligt gewesen sein. Ein Täter konnte jedoch nicht identifiziert werden. Der Chef der Foltertruppe, ein hochrangiger Kadermann des Schweizer PKK-Ablegers, ist zudem auf der Flucht. Für sämtliche Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung.

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(sul)

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