Aktualisiert 14.07.2014 13:02

Abhöranlage auf Dach?Spionage-Verdacht gegen die Berner US-Botschaft

Auf dem Dach der US-Botschaft in Bern soll eine leistungsstarke Antennenanlage stehen. Mit dieser sollen Handys ausspioniert werden können.

von
ann
Auf dem Dach der US-Botschaft in Bern sollen sich Spionageantennen befinden, behauptet ein Insider.

Auf dem Dach der US-Botschaft in Bern sollen sich Spionageantennen befinden, behauptet ein Insider.

Die US-Botschaft in Bern gerät in den Verdacht, Handys auszuspionieren. Sie beherberge eine leistungsstarke Antennenanlage, sagte ein Insider und langjähriger Kenner der Botschaft der «Schweiz am Sonntag». Über diese Anlage höre die US-Botschaft die Handy-Kommunikation in Bern ab.

Die Botschaft wäre dafür an einer Toplage gelegen: Im Umkreis von 200 bis 800 Metern Luftlinie haben sämtliche wichtigen Institutionen des Politbetriebs ihren Sitz - alle sieben Departemente, die Bundesanwaltschaft, das Bundeshaus, die Nationalbank und das Fünf-Sterne-Hotel Bellevue, in dem Staatsessen stattfinden.

Bakom hält Antennenanlage für «denkbar»

Auch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hält es für möglich, dass Antennenanlagen installiert wurden. «Es ist denkbar, dass die USA in ihrer Botschaft Antennen haben, um die Kommunikation mit anderen Botschaften und den USA abzuwickeln», sagt Bakom-Sprecher Rolf Lobsiger. Botschaften seien nicht verpflichtet, Antennen zu melden. «Ungefähr ein halbes Dutzend Staaten haben uns ihre Funkanlagen aber freiwillig gemeldet.» Die USA gehören nicht dazu.

Die US-Botschaft selbst hält fest: «Wir haben Standard-Kommunikations-Apparaturen. Sie erleichtern unsere Kommunikation mit den Vereinigten Staaten. Alle Apparaturen stehen im Einklang mit Schweizer Gesetzen und der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen.»

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