Alternative zu Novartis: Spitäler planen günstigeres Krebsmittel
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Alternative zu NovartisSpitäler planen günstigeres Krebsmittel

Die Zelltherapie Kymriah von Novartis kostet weit über 300'000 Franken. Dass es billiger geht, wollen Schweizer Universitätsspitäler beweisen.

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Das Medikament Kymriah von Novartis ist seit Oktober 2018 in der Schweiz zugelassen: Blick auf das Novartis-Gelände in Basel. (Archiv)

Das Medikament Kymriah von Novartis ist seit Oktober 2018 in der Schweiz zugelassen: Blick auf das Novartis-Gelände in Basel. (Archiv)

Keystone/Georgios Kefalas
Kymriah ist eine Zelltherapie und kostet bei Novartis 370'000 Franken: Ein Mitarbeiter des Frauenhofer Instituts in Leipzig arbeitet an der Therapie. (Archiv)

Kymriah ist eine Zelltherapie und kostet bei Novartis 370'000 Franken: Ein Mitarbeiter des Frauenhofer Instituts in Leipzig arbeitet an der Therapie. (Archiv)

Keystone/Waltraud Grubitzsch
Universitätsspitäler in der Schweiz wollen nun eine Therapie anbieten, die rund ein Drittel günstiger ist.

Universitätsspitäler in der Schweiz wollen nun eine Therapie anbieten, die rund ein Drittel günstiger ist.

Keystone/Waltraud Grubitzsch

370'000 Franken – so viel Geld verlangt Novartis für ihre Zelltherapie Kymriah gegen Formen von Blut- und Lymphdrüsenkrebs. Doch bei weitem nicht alle Krankenkassen sind bereit, die horrenden Kosten für die einmalige Therapie zu übernehmen. Bereits ist mindestens ein Patient verstorben, dessen Kasse keinen Deal mit Novartis eingegangen ist, und der deswegen einen ihm offerierten Therapieplatz in Paris ablehnen musste.

Thomas Cerny, Präsident von Krebsforschung Schweiz, kritisiert in der «SonntagsZeitung» die Preisgestaltung massiv. Die wahren Therapiekosten würden bei etwa 100'000 Franken liegen, sagt Cerny. Offiziell ist die Zelltherapie von Novartis seit letztem Oktober in der Schweiz zugelassen.

Dass es billiger geht, davon sind auch Universitätsspitäler in der Schweiz überzeugt, die gemäss «NZZ am Sonntag» eine gemeinsame Plattform gegründet haben. Ziel sei es, die Therapie für 150'000 bis 200'000 Franken anbieten zu können.

Die Politik begrüsst gemäss der Zeitung das Engagement der Hochschulen. «Die Zelltherapien der Unispitäler werden helfen, den Druck auf die Preise zu erhöhen und mehr Kostentransparenz zu schaffen», sagt SP-Nationalrätin Bea Heim. Beides sei nötig, um eine faire Vergütung sicherzustellen. Unterstützung erhalten die Spitäler auch von den Branchenverbänden der Krankenkassen.

(20 Minuten)

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