Misere in Venezuela: Spital muss Babys in Kartonschachteln betten
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Misere in VenezuelaSpital muss Babys in Kartonschachteln betten

Die Spitäler im von der Krise gebeutelten Venezuela haben nicht einmal mehr Geld für Betten für Neugeborene – mit diesem Bild wollen Kritiker aufrütteln.

von
vbi
Die Kartonschachteln seien Beispiele für die schlechte Gesundheitsversorgung im Land, schrieb die venezolanische Opposition.

Die Kartonschachteln seien Beispiele für die schlechte Gesundheitsversorgung im Land, schrieb die venezolanische Opposition.

Screenshot Instagram / unidadvenezuela

Die politische Opposition in Venezuela hat auf sozialen Medien ein Bild geteilt, das angeblich aus dem Domingo-Guzmán-Lander-Spital in Barcelona stammt. Darauf zu sehen sind Babys, die statt in Kinderbetten in Kartonkisten schlafen.

Da es sich um ein staatlich betriebenes Spital handelt, macht die Oppositionskoalition «Mesa de la Unidad Democrática» den umstrittenen Präsident Nicolás Maduro dafür verantwortlich. Für sie ist klar: Das Bild ist ein weiteres Zeichen für den desolaten Zustand Venezuelas.

Das Spital widerspricht

Nach der Veröffentlichung hat die Regierung reagiert. Das sei nie so angeordnet worden, schrieb Carlos Rotondaro, der Präsident des Instituts für Soziale Sicherheit, auf Twitter. Er verteidigte das Gesundheitssystem.

Das Spital, in dem dieses Jahr bereits 4000 Babys zur Welt gekommen sind, twitterte wenig später ein Bild von der Kinderstation, wie sie tatsächlich aussehe.

Referendum gegen Maduro nicht vor 2017 möglich

Das Land mit den grössten Ölvorkommen der Welt steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Es herrscht Mangel an vielen Grundnahrungsmitteln. Umfragen zufolge wünscht sich die Mehrheit der Wähler, dass Maduro gehen muss. Er war 2013 nach dem Tod des langjährigen sozialistischen Staatschefs Hugo Chávez zum Präsidenten gewählt worden.

Die Opposition versucht mit einem Referendum, Neuwahlen zu erzwingen. Eine allfällige Abstimmung sei erst 2017 möglich, falls die nötigen Unterschriften vorlägen, teilte das Wahlamt diese Woche mit. (vbi/sda)

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