14.10.2020 12:17

30 bis 40 Prozent der Tests positiv«Wir haben einen der europaweit schlimmsten Ausbrüche»

Der Anteil an Patienten mit Beatmungsbedarf steigt. Das Spital Schwyz appelliert an die Bevölkerung: Man soll Masken tragen und Menschenansammlungen vermeiden.

von
Gianni Walther

Das Personal des Spitals Schwyz appelliert an die Bevölkerung.

Spital Schwyz

Das Spital Schwyz ruft die Bevölkerung dazu auf, Masken zu tragen und Menschenansammlungen zu meiden. Würden die Coronafallzahlen weiterhin stark ansteigen, könne die wohnortsnahe Behandlung der Patienten nicht mehr sichergestellt werden. «Wir als Spital bitten die Bevölkerung, sofort und konsequent zu reagieren!», heisst es in einer Mitteilung des Spitals vom Mittwoch.

«Seit 10 Tagen steigen die Zahlen der Covid-19 Fälle im inneren Kantonsteil rasant an», teilt das Spital weiter mit. Mittlerweile seien 30 bis 40 Prozent der im Corona-Center des Spitals Schwyz gemachten Tests positiv.

Belastung soll reduziert werden

«Die für COVID-Patienten reservierte Isolationsstation füllt sich täglich mehr und der Anteil Patienten mit Beatmungsbedarf nimmt zu.» Es sei von grösster Wichtigkeit, die sich abzeichnende enorme Belastung für das Spital zu reduzieren. Das Spital wählt deutliche Worte in seinem Appell an die Bevölkerung: «Tragen Sie Masken und vermeiden Sie Menschenansammlungen – auch privat. Es ist Zeit zu reagieren. Sofort!»

In einem Video wenden sich Spitalangestellte direkt an die Bevölkerung: «Aktuell haben wir in Schwyz einen der europaweit schlimmsten Ausbrüche von Covid-19», sagt im Video etwa Reto Nüesch, der Chefarzt Innere Medizin beim Spital. «Die Situation im Spital ist zunehmend schlimm. Wir haben immer mehr Patienten, denen es wirklich schlecht geht», so Nüesch weiter. Man versuche alles zu machen, um die Leute zu retten. «Es gelingt uns auch in vielen Fällen. Leider nicht immer.»

458 Personen mit positivem Testresultat

«Wir als Spital haben eine wichtige Aufgabe: Wir sorgen dafür, dass unsere Patienten wieder gesund werden», sagt Spitaldirektorin Franziska Föllmi. Als Direktorin sei sie für das Wohlergehen der Patienten und des Personals verantwortlich. «Mit den aktuellen Fallzahlen und so dramatisch, wie der Anteil positiver Tests momentan ist, wird das fast zu einer unmöglichen Aufgabe», so die Direktorin weiter. Deshalb sei es enorm wichtig, dass die Bevölkerung vorsichtig ist. «Wir können das im Spital nicht stemmen, wenn die Fallzahlen noch weiter steigen. Wir müssen jetzt reagieren.»

Aktuell gibt es im Kanton Schwyz 458 Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind (Vortag: 391), wie das Departement des Innern des Kantons Schwyz am Mittwoch mitteilte. Mit den weiterführenden Massnahmen habe der Regierungsrat auf die steigenden Zahlen reagiert. Gleichzeitig appelliert auch die Regierung an die Bevölkerung, «die Eigenverantwortung wahrzunehmen und die geltenden Hygienevorschriften und Abstandsregeln einzuhalten, damit die Herausforderungen dieser Pandemie gemeinsam bewältigt werden können.»

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«Tragen Sie Masken und vermeiden Sie Menschenansammlungen – auch privat. Es ist Zeit zu reagieren. Sofort!», teilte das Spital Schwyz am Mittwoch mit.

«Tragen Sie Masken und vermeiden Sie Menschenansammlungen – auch privat. Es ist Zeit zu reagieren. Sofort!», teilte das Spital Schwyz am Mittwoch mit.

spital-schwyz.ch
Die für Covid-Patiente reservierte Station füllt sich täglich mehr. Auch der Anteil an Patienten mit Beatmungsbedarf nehme zu.

Die für Covid-Patiente reservierte Station füllt sich täglich mehr. Auch der Anteil an Patienten mit Beatmungsbedarf nehme zu.

spital-schwyz.ch
Mittlerweile seien 30 bis 40 Prozent der tests im Corona-Center des Spitals positiv.

Mittlerweile seien 30 bis 40 Prozent der tests im Corona-Center des Spitals positiv.

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(SDA)

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1800 Kommentare
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B. Kaegi, Arzt

15.10.2020, 20:57

Wenn ich nicht an einer schweren, lebensbedrohlichen Krankheit leide, keine unerträglichen Symptome habe, dann kann ich die ärztlichen Handlungen, die Intensivpflege, die kostenintensive Diagnostik, die Löhne der Ärztinnen und Ärzte gut kritisieren. Es scheint, dass die Autorinnen und Autoren der Kommentare mehrheitlich Fachleute für Gesundheitsversorgung, Infektiologie, Spitalversorgung, medizinische Ethik und vieles mehr sind. Bin ich aber beispielsweise an Covid-19 erkrankt und stationär behandlungsbedürftig, dann ist fast alles zuvor geschriebene nicht mehr gültig. Ich will die beste medizinische Versorgung, da ich ja nicht an einem anscheinend harmlosen viralen Infekt sterben oder bleibende Schäden davontragen möchte. Ich hoffe, dass Sie von Covid-19 verschont bleiben. Wenn nicht, dann können Sie sich glücklich schätzen, dass Sie in der Schweiz eine der besten medizinischen Versorgung erhalten.

Fredi

15.10.2020, 19:37

Ich kann die Situation nicht abschätzen. Es wäre schön, wenn Zahlen vom Spital ersichtlich wären (wie viele Betten sind frei, wie viele Betten sind belegt, wie war die Situation vor ein oder zwei Wochen). Dann könnte ich es nachvollziehen.

Prof

15.10.2020, 10:53

Virologen haben nur RNA-Moleküle aus dem Überstand von Zellkulturen verwendet. Für die künstliche Erschaffung des ca. 30'000 Nukleotide langen Genoms bedient man sich an Stückchen von Nukleotiden, die nur eine max. Länge von 150 Nukleotiden aufweisen. Am Computer werden diese zu einem kompletten Erbgutstrang zusammenkonstruiert - fehlende Teile werden einfach frei erfunden. Noch nie hat jemand die komplette Nukleinsäure des SARS-CoV-2 als Ganzes isoliert, geschweige denn gesehen. Es handelt sich bei alledem um Computermodelle