Zürich: Spital streicht Geschenk, weil Mitarbeiter motzten
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ZürichSpital streicht Geschenk, weil Mitarbeiter motzten

Für die über 8000 Angestellten des Unispitals Zürich gibt es ab diesem Jahr keine Weihnachtsgeschenke mehr – weil sich viele von ihnen darüber beschwert hätten.

von
dk
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Mit diesem Brief informierte das Universitätsspital Zürich die Mitarbeitenden, dass es ab diesem Jahr keine Weihnachtsgeschenke mehr geben wird.

Mit diesem Brief informierte das Universitätsspital Zürich die Mitarbeitenden, dass es ab diesem Jahr keine Weihnachtsgeschenke mehr geben wird.

privat
Viele Mitarbeitende des Spitals hätten sich unzufrieden gezeigt mit den Geschenken.

Viele Mitarbeitende des Spitals hätten sich unzufrieden gezeigt mit den Geschenken.

Keystone/Melanie Duchene
«Trotz eines beträchtlichen finanziellen und administrativen Aufwands», wie das Unispital schreibt.

«Trotz eines beträchtlichen finanziellen und administrativen Aufwands», wie das Unispital schreibt.

Keystone/Gaetan Bally

Leser G. A.* ist enttäuscht: Das Universitätsspital Zürich hat ihm und allen anderen Mitarbeitern die Weihnachtsgeschenke gestrichen. Auch für die nächsten Jahre sind keine Geschenke budgetiert. «Die Spitalführung begründete den Entscheid in einem Brief damit, dass die Mitarbeitenden jeweils mit den Geschenken unzufrieden waren», sagt A.

Das Unispital Zürich bestätigt die Meldung: «In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass es unmöglich ist, ein Geschenk zu finden, das allen gefällt», sagt Sprecherin Katrin Hürlimann. In den letzten Jahren gab es etwa einen Eintritt in den Zoo Zürich, ein Badetuch oder ein Kinoeintritt. Das Ziel, Wertschätzung für die geleistete Arbeit auszudrücken, sei aber nicht erreicht worden, so Hürlimann. Das hätten leider jeweils die negativen Reaktionen deutlich gemacht.

Geschenke «nicht mehr zeitgemäss»

«Zudem sind Weihnachtsgeschenke als Form des Dankes an die Mitarbeitenden nicht mehr zeitgemäss», sagt Hürlimann weiter. Das Unispital Zürich werde die Wertschätzung den Mitarbeitenden bei anderen Gelegenheiten ausdrücken, beispielsweise anlässlich des Mitarbeiterfestes.

G. A. kann die Begründung nicht nachvollziehen. Der Grossteil der über 8000 Angestellten habe sich über die kleinen Geschenke immer sehr gefreut.

Fehlende Wertschätzung

Viele der Mitarbeitenden wissen noch nichts über die geplanten Kürzungen. «Es werden sicher alle enttäuscht sein», so A. Er verstehe nicht, wieso die Mitarbeitenden so behandelt würden und man gleichzeitig händeringend nach neuem Personal suche.

«Es wird immer mehr gefordert, gleichzeitig verschwindet die Wertschätzung für jene Mitarbeiter, die zu jeder Tages- oder Nachtzeit am Arbeiten sind.» Dass das Weihnachtsgeschenk – ein kleines Dankeschön für die Arbeit der Mitarbeitenden – gestrichen wird, findet er peinlich.

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