Aktualisiert 11.06.2011 21:52

Widerstand gegen hohe Löhne

Spitalärzte sollen nur noch die Hälfte verdienen

Mit Lohnexzessen im Gesundheitswesen soll bald Schluss sein. Führende Politiker wollen eine Höchstgrenze von 500'000 Franken einführen. Der Präsident des Ärzteverbandes hat dafür kein Verständnis.

von
bee
Nach den Millionensalären der Manager geraten jetzt auch die Löhne der Ärzte unter Druck.

Nach den Millionensalären der Manager geraten jetzt auch die Löhne der Ärzte unter Druck.

Löhne von einer Million Franken sind bei Spitalärzten keine Seltenheit. Doch damit soll Schluss sein. «Die Höchstgrenze der Arztlöhne sollte zwischen 400 000 und 500 000 Franken liegen», sagt SVP-Ständerat Alex Kuprecht, Präsident der ständerätlichen Gesundheitskommission, in der «SonntagsZeitung».

Man könne nicht nur mit dem Finger auf überbordende Löhne bei Banken zeigen, auch im Gesundheitswesen müsse dieses Tabu gebrochen werden. Dies fordert auch Pierre-Yves Maillard (SP), Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz: «Sowohl für öffentliche als auch für private Spitäler, die auf der Spitalliste stehen, muss eine Lohnobergrenze eingeführt werden.» Auch Exponenten der CVP wehren sich gegen Lohnexzesse.

Unterstützung bekommen sie vom Initianten der Abzocker-Initiative, Thomas Minder: «Wie bei Managern muss man gegen Millionensaläre bei Ärzten und Spitaldirektoren vorgehen.» Löhne von über einer halben Million Franken seien angesichts steigender Gesundheitskosten und Krankenkassenprämien inakzeptabel. «Die Ärztelöhne müssen runter.» Kein Gehör dafür hat Jacques de Haller, Präsident des Ärzteverbandes FMH und SP-Nationalratskandidat: «Wenn wir die Löhne bei führenden Ärzten begrenzen, haben wir die grössten Probleme gute Fachpersonen zu gewinnen.»

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