205 000 Klienten: Spitex für jede zehnte Person ab 65
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205 000 KlientenSpitex für jede zehnte Person ab 65

Jede zehnte Person ab 65 Jahren beansprucht Spitex-Pflegeleistungen. Bei den 80-Jährigen und Älteren bezieht fast jede vierte Person solche Leistungen. 2007 kümmerten sich 28 000 Spitex-Angestellte um rund 205 000 Klientinnen und Klienten.

Wie aus der am Dienstag veröffentlichten Spitex-Statistik 2007 des Bundesamtes für Statistik hervorgeht, sind dies 2,2 Prozent Betreute mehr als im Vorjahr. Laut Spitex-Verband sind 46 Prozent der Betreuten 80 Jahre und älter.

Von den 205 000 Betreuten waren ein Drittel Männer, zwei Drittel Frauen. Die Spitex wendete 2007 insgesamt 12,3 Millionen Arbeitsstunden für sie auf, 2006 waren es 11,8 Millionen. Pro betreute Person wurden im Durchschnitt 48 Stunden für Pflegeleistungen und 43 Stunden für Hauswirtschafts- und Sozialleistungen eingesetzt.

Weniger Organisationen erbringen mehr Dienstleisungen

Gemäss Spitex-Statistik ging die Zahl der Spitex-Organisationen von 1998 bis 2007 von 881 auf 639 zurück – dies in Folge von Fusionen und Reorganisationen. Gleichzeitig bauten die Organisationen ihr Dienstleistungsangebot aus.

2007 boten 72 Prozent der Organisationen neben den Kernleistungen (Pflege, Sozialbetreuung, Mahlzeitendienst) noch Zusatzleistungen (wie Vermietung von Krankenmobilen und Fahrdienste) an. 1998 hatten nur 47 Prozent der Organisationen solche Zusatzleistungen im Angebot.

Die Spitex-Strukturen sind kantonal unterschiedlich. So gab es 2007 in den Kantonen Zürich und Bern 120 respektive 105 Spitex-Organisationen mit je rund 4000 Mitarbeitenden, die 30 000 respektive knapp 28 000 Personen betreuten. In der Waadt arbeiteten nur 8 Organisationen mit total 3500 Angestellten für 25 500 Betreute.

1,6 Spitex-Stellen pro 1000 Einwohner

Die 28 000 Spitex-Angestellten besetzten 2007 rund 12 000 Vollzeitstellen - das waren knapp 400 Mitarbeitende und Stellen mehr als 2006. Im Durchschnitt ergibt dies 1,6 Spitex- Vollzeitstellen pro 1000 Einwohner in der Schweiz.

Ein Viertel der Angestellten verfügte über eine höhere Berufsbildung im Pflegebereich, über ein Fünftel über eine berufliche Grundbildung in diesem Bereich. Von den übrigen hatte ein Teil einen Pflegekurs absolviert.

Subventionsgelder und Leistungs-Abgeltungen

Die Spitex-Organisationen nahmen 2007 insgesamt 1,212 Mrd. Franken ein und gaben 1,209 Mrd. aus. Die Hälfte der Einnahmen sind Subventionsgelder, die andere Hälfte stammt aus Pflege- und Betreuungsleistungen.

Die Subventionen stammten 2007 noch von der AHV, den Gemeinden und Kantonen. Mit der Einführung des Neuen Finanzausgleichs (NFA) 2008 wurden die Kantone für die Spitex und deren Finanzierung zuständig.

Die Spitex-Leistungen werden von den Krankenversicherungen mitfinanziert - sie deckten einen Drittel der Einnahmen. Laut Spitex-Verband beträgt der Anteil von Spitex an den Kosten der obligatorischen Krankenversicherung 2 Prozent.

Von den Ausgaben der Spitex entfielen 86 Prozent auf Personalkosten. Im Durchschnitt kostete eine geleistete Spitex- Stunde 98 Franken - 2 Franken mehr als 2006. Diese Kostensteigerung ist auf die höheren Personalkosten zurückzuführen, die 2007 bei 85 Franken pro Stunde lagen.

Die durchschnittlichen jährlichen Kosten pro betreute Person beliefen sich auf knapp 5900 Franken. Das entspricht einer Steigerung von 4 Prozent gegenüber 2006.

(sda)

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