Aktualisiert 11.05.2017 20:44

Das Ende der ReformenSpitzen-Ethiker der Fifa werden abgesetzt

Der Deutsche Richter Hans-Joachim Eckert und der Schweizer Chef-Ermittler Cornel Borbély dürfen sich auf dem Fifa-Kongress in Bahrain nicht mehr zur Wahl stellen.

von
kaf
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Weltfussballverband beschliesst Aus für Spitzen-Ethiker: Hans-Joachim Eckert vor dem Fifa-Hauptsitz in Zürich.

Weltfussballverband beschliesst Aus für Spitzen-Ethiker: Hans-Joachim Eckert vor dem Fifa-Hauptsitz in Zürich.

Keystone/Walter Bieri
Auch auf seine Dienste will die Fifa künftig verzichten: Der Schweizer Chef-Ermittler Cornel Borbély. (Bild: borbely.ch)

Auch auf seine Dienste will die Fifa künftig verzichten: Der Schweizer Chef-Ermittler Cornel Borbély. (Bild: borbely.ch)

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Die Kammer um Borbely und Eckert hatte in den vergangenen Jahren gegen über 60 FIFA-Funktionäre ermittelt und unter anderen den ehemaligen Verbandschef Sepp Blatter (r.) sowie den früheren Uefa-Boss Michel Platini (l.) zu mehrjährigen Sperren verurteilt.

Die Kammer um Borbely und Eckert hatte in den vergangenen Jahren gegen über 60 FIFA-Funktionäre ermittelt und unter anderen den ehemaligen Verbandschef Sepp Blatter (r.) sowie den früheren Uefa-Boss Michel Platini (l.) zu mehrjährigen Sperren verurteilt.

Keystone/Christophe Ena

Die Spitze der Fifa-Ethikkommission wird ausgetauscht. Der Deutsche Richter Hans-Joachim Eckert und der Schweizer Chef-Ermittler Cornel Borbély werden vom Fifa-Council am Donnerstag auf dem Kongress in Bahrain nicht mehr zur Wahl vorgeschlagen.

Ex-Ethiker Eckert: «Fussball ist der Verlierer». (Video: Tamedia/AFP)

Eckert war seit fünf Jahren Präsident der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission, Borbély war seit zwei Jahren Chef der Untersuchungskammer. In ihre Amtszeit fielen die mehrjährigen Sperren mehrerer hochrangiger Funktionäre, unter ihnen der Fifa-Präsident Sepp Blatter, der Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke und der Uefa-Präsident Michel Platini.

«Ende der Reformen»

Die beiden Juristen nahmen in einem gemeinsam verfassten Communiqué Stellung zu ihrer Absetzung: «Scheinbar hat die Fifa-Spitze eigene und politische Interessen höher gewichtet als die langfristigen Interessen der Fifa. Dabei hat sie in Kauf genommen, dass die Integrität der Fifa gefährdet wird und damit deren Zukunft auf Spiel gesetzt.»

Die damit am Kongress bevorstehende Abwahl werde die Arbeit der Ethikkommission weit zurückwerfen und bedeute de facto «das Ende der Reformbemühungen». Es müsse davon ausgegangen werden, dass mittel- und langfristig der gesamte Fussballweltverband unter diesem Entscheid leiden werde, heisst es weiter.

Als Ersatz für Eckert und Borbély wird der Fifa-Council dem Kongress der Grieche Vassilios Skouris (Chef der rechtsprechenden Kammer) und die Kolumbianerin Maria Claudia Rojas (Chefin der Untersuchungskammer) vorschlagen. Skouris amtete früher als Präsident des Europäischen Gerichtshofes, Rojas war in ihrer Heimat als Präsidentin des obersten Gerichts tätig.

Fifa-Gala nicht mehr in Zürich

Die Austragung der Fifa-Gala, an der jeweils die besten Spieler des Jahres sowie der Trainer und das Team des Jahres gekürt werden, findet nicht mehr in Zürich sondern in London statt. Dies beschloss der Fifa-Council heute in Bahrain. Die Zeremonie mit dem Titel «The Best Fifa Football Awards» soll in diesem Jahr am 23. Oktober durchgeführt werden.

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