Angelo Barrile: Wer Ja zu Anti-Homohass-Gesetz sagt, wird geküsst
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Angelo BarrileWer Ja zu Anti-Homohass-Gesetz sagt, wird geküsst

Nationalrat Angelo Barrile (SP) setzt sich für die Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm ein und ruft eine ungewöhnliche Aktion ins Leben.

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juu
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Am 9. Februar stimmt die Schweiz darüber ab, ob das künftig auch bei Diskriminierung wegen Homo-, Hetero- oder Bisexualität der Fall sein soll.

Am 9. Februar stimmt die Schweiz darüber ab, ob das künftig auch bei Diskriminierung wegen Homo-, Hetero- oder Bisexualität der Fall sein soll.

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Nationalrat Angelo Barrile (SP) setzt sich für ein Ja in der Abstimmung ein. Er selbst steht offen zu seiner Homosexualität.

Nationalrat Angelo Barrile (SP) setzt sich für ein Ja in der Abstimmung ein. Er selbst steht offen zu seiner Homosexualität.

Keystone/Anthony Anex
Um seinen Wählern für die Unterstützung mit einem Ja im Abstimmungskampf zu danken, hatte er eine unkonventionelle Idee: Unter dem Namen «One vote, one kiss», gibt es für das Ja zur Erweiterung zur Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm, einen Kuss auf die Wange.

Um seinen Wählern für die Unterstützung mit einem Ja im Abstimmungskampf zu danken, hatte er eine unkonventionelle Idee: Unter dem Namen «One vote, one kiss», gibt es für das Ja zur Erweiterung zur Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm, einen Kuss auf die Wange.

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Am 9. Februar stimmt die Schweiz darüber ab, ob die Anti-Rassismus-Strafnorm erweitert werden soll. Bereits heute ist die Diskriminierung oder Hetze gegen eine Religion oder Ethnie strafbar und kann sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden. Neu könnte das Gesetz auch bei Diskriminierung wegen Homo-, Hetero- oder Bisexualität greifen.

Nationalrat Angelo Barrile (SP) setzt sich für ein Ja in der Abstimmung ein. Er selbst steht offen zu seiner Homosexualität. Um seinen Wählern für die Unterstützung mit einem Ja im Abstimmungskampf zu danken, hatte er eine unkonventionelle Idee: Unter dem Namen «One vote, one kiss», gibt es für das Ja zur Erweiterung zur Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm, einen Kuss auf die Wange. Die Aktion läuft seit Freitag.

«Junge Menschen sollen nicht glauben, dass sie krank sind»

«Es war eine spontane Idee, die ich erst Anfang der Woche hatte», sagt Barrile gegenüber 20 Minuten. Immer wieder habe er zu hören bekommen, dass man Schwule zwar toleriere, aber man aufhören solle, sich in der Öffentlichkeit zu küssen. Das finde er nicht richtig. Queere Menschen seien aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oft Diskriminierung und Hass ausgesetzt, so der SP-Nationalrat. «Ein solches Verhalten fördert Gewalt. Einiges ist zwar schon heute strafbar, aber wenn es soweit kommt, ist es zu spät. So etwas hat in unserer Gesellschaft keinen Platz.»

Aus seinem Umfeld bekommt Barrile viel Zuspruch für die Aktion: «Viele finden das eine gute Sache. Zum einen kokettiere ich mit den Klischees: ‹die Schwulen, die da Küssli verteilen› und zum anderen, ist es als Dank anzusehen, dass man uns so unterstützt, wie wir eben sind.» Sein Ziel – neben dem positiven Abstimmungsergebnis – ist die Sensibilisierung. «Ich will damit erreichen, dass auch junge Menschen wissen, dass sie akzeptiert werden und nicht anders oder krank sind, nur weil sie sich beispielsweise zum selben Geschlecht hingezogen fühlen», so der SP-Nationalrat. Er selbst habe sich in der Jugend zu lange verstellt und versteckt. Nun will er als Vorbild agieren.

Chancen stehen gut

Um an der Aktion teilzunehmen, kann man laut Barrile ein Foto des Stimmzettels oder des verschlossenen Stimmcouverts im Internet posten. Dann gebe es bei der nächsten Begegnung mit dem SP-Nationalrat einen Handschlag, eine Umarmung oder eben ein Küsschen.

Die Chancen für eine Erweiterung stehen aber gut. Laut der zweiten Welle der 20-Minuten-Umfrage wollen (Stand 14. Januar 2020) 66 Prozent Ja zur Ausweitung der Anti-Rassismus-Strafnorm auf Homo- und Bisexuelle sagen. Nur 30 Prozent sprechen sich gegen die Vorlage aus.

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