Nati-Sieg: Sponsoren müssen auch durch Tiefs
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Nati-SiegSponsoren müssen auch durch Tiefs

Dass die Schweizer Nati die Spanier bodigte, sorgte kurzzeitig für orgiastische Gefühle. Sponsoren denken dagegen langfristig und müssen auch Niederlagen durchhalten.

von
Othmar Bamert
Beim Sponsoring gilt das gleiche wie beim Training: Stetige Arbeit führt zum Erfolg. Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld mit Stürmer Blaise NKufo.

Beim Sponsoring gilt das gleiche wie beim Training: Stetige Arbeit führt zum Erfolg. Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld mit Stürmer Blaise NKufo.

Ein Tor kann viel bewirken. So beförderte Gelson Fernandes' Abstauber am gegen Europameister Spanien die Fussballnation Schweiz in einen kollektiven Freudentaumel.

Auch die Sponsoren freuen sich. Ein ruhmreicher Erfolg steigert schliesslich den Markenwert einer Mannschaft. Der kurze Einzug des FCZ in die Champions League etwa liess dessen Markenwert laut Experte Hans-Willy Brockes von der Europäische Sponsoring-Börse ESB vorübergehend um gut einen Viertel hochschnellen. Allerdings müssen sich Sponsoren langfristig orientieren, wollen sie einen nachhaltigen Erfolg sehen.

Seit 17 Jahren ist beispielsweise die Credit Suisse nicht nur Hauptsponsorin der Schweizer Fussball-Nati, sondern setzt sich umfassend für den Schweizer Fussball ein. «Unser Engagement ist langfristig ausgelegt, damit demonstrieren wir unser konstantes Committment für den Sport, insbesondere auch den Fussball-Nachwuchs und auch für die Schweiz», sagt Unternehmenssprecher Marc Dosch.

Treuer Partner Credit-Suisse

Experte Brockes lobt das Sponsoring der Credit-Suisse als «nachhaltiges, glaubwürdiges Engagement für den Schweizer Fussball.» Die sportlichen Früchte der langjährigen Zusammenarbeit – die Credit Suisse investiert die Hälfte ihrer Fussball-Gelder in die Nachwuchsarbeit – habe man in den letzten Jahren ernten können, sagt er; so 2006 an der WM in Deutschland, an der Euro 2008, und nun am Mittwoch mit dem Startsieg der Schweizer über Europameister Spanien.

UBS' Grätsche an der Euro08

Die Credit Suisse habe ihr Engagement auch beibehalten, als die Schweizer Nati erfolglos blieb, lobt Brockes. Im Gegensatz dazu die Hauptkonkurrentin. «Die UBS hat an der Euro 2008 mit dem flächendeckenden Sponsoring der Public-Viewing-Zonen der CS dazwischengegrätscht», mokiert sich der Fachmann. Nachhaltig sei das nicht. Heute ist die UBS im Fussball nicht mehr präsent und kämpft an anderen Fronten.

Zu den treuen Sponsoren des Schweizerischen Fussballverbandes gehört dagegen die Lebensversicherung Swiss-Life. Hier freut man sich über die spontanen guten Rückmeldungen von Kunden und Partnern nach dem Schweizer Sieg. Wie die CS bekräftigt auch Swiss-Life-Sprecher Zeno Geisseler die langfristige Wirkung des Engagements: «Mit unserer Unterstützung der Fussball-Nationalmannschaft unterstreichen wir diese nationale Verankerung. Das Sponsoring und die damit verbundenen Ticket-Kontingente bieten auch gute Plattformen für Kunden-, Partner- und Mitarbeiter-Anlässe.»

Audi neu auf Schweizer WM-Zug

Kurz vor der WM in Südafrika auf den Schweizer Sponsorenzug aufgesprungen ist Audi Schweiz. Auch hier orientiert man sich langfristig. Marketingleiter Erich Hunold bekräftigt: «Wir haben einen Zweijahresvertrag unterschrieben und hoffen, dass wir uns auch für die Zeit danach wieder einigen können». Dass die Zusammenarbeit gleich mit einem Donnerschlag anläuft, habe man sich nicht erträumt. «Wir haben alle Freude», so Hunold.

Puma: Nati-Replica-Shirt könnte zum Renner werden

Beim Ausrüstungs-Sponsor Puma freut man sich gleich doppelt: Über Gelsons Tor wie über die die mit dem Sieg multiplizierte Werbewirkung des Puma-Logos auf fast sämtlichen Bekleidungsstücken unserer Nati-Fussballer, bis runter zu der Unterwäsche. Beim Traditions-Sportartikler, der in letzter Zeit mit Absatzproblemen zu kämpfen hatte hofft man, dass dies die Kassen klingeln. Positive Anzeichen seien laut Marketingleiter Dominic Käser bereits da. Schliesslich hat man auch ein besonders heisses Stück im Regal: «Einige Händler haben unser Nati-Replica-Shirt bereits nachbestellt.»

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