Mannsbilder: «Spornosexuell» ist das neue «metrosexuell»
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Mannsbilder«Spornosexuell» ist das neue «metrosexuell»

Im Wandel der Zeit hat sich eine neue Gruppe von Männern herauskristallisiert. Der metrosexuelle Mann von 1994 mutiert nun zum spornosexuellen.

von
zoe

Vor 20 Jahren rief Mark Simpson den Begriff «metrosexuell» ins Leben. Nun hat sich eine neue Art Mann entwickelt. Simpson beschreibt in einem Essay im «Telegraph» einen neuen Typus Mann: der Spornosexuelle. Die Bezeichnung setzt sich aus den Wörtern «Sport» und «Porno» zusammen und ist eine extremere, übersexualisierte und körperfokussierte Version des metrosexuellen Mannes. Diese Mutation reduziere sich auf eine narzisstische Art und Weise nur noch auf den eigenen Körper - Kleidung und Persönlichkeit rücken in den Hintergrund.

Der Männerexperte schreibt: «Diese neue Welle gibt dem Metrosexuellen das Sexuelle. Ein neuer Begriff muss her, der die aufgepumpten Nachkommen von Cristiano-Ronaldo- und David-Beckham-Werbeplakaten beschreibt. Es ist, als ob Sport zusammen mit Porno ins Bett stiege und Herr Armani Fotos davon machen würde.»

Männer wollen begehrt werden

Im Vergleich zum metrosexuellen Mann möchte sich der Spornosexuelle nicht primär die Augenbrauen zupfen und die Brusthaare entfernen, um anderen zu gefallen, sondern trainiert seinen Körper, damit er gut dasteht. Dieser Mann will begehrt werden - «ein Wunsch, dem bislang nur Frauen nachgehen konnten», schreibt Simpson in seinem Essay. «Männliche Eitelkeit galt bestenfalls als weiblich, schlimmstenfalls gar als pervers.» Weiter sagt der Engländer: «Social Media, Selfies und Pornos sind massgebendene Faktoren der männlichen Sehnsucht. Diese Männer wollen dann auch dementsprechend begehrt werden. Sie wollen für ihren Körper angehimmelt werden und nicht etwa für ihre Kleidung oder ihren Charakter.»

Als Paradebeispiel nimmt Simpson - wie bereits bei der Metrosexualität - David Beckham. Der 39-jährige Adonis soll die Eitelkeit eines spornosexuellen Mannes verkörpern, etwa in der Kampagne mit H&M, in der Beckham lediglich in Unterwäsche über den Bildschirm huscht. Eine deutlich narzisstischere Variante wäre da Fussballkollege Cristiano Ronaldo, der ebenfalls von Simpson erwähnt wurde. Der 29-jährige Portugiese scheint beispielsweise auffallend oft in der «Vogue» abgelichtet zu werden - fast immer leicht bekleidet. Nicht zu vergessen das Shooting mit Modelfreundin Irina Shayk, in dem der Fussballer nackt posierte.

Was halten Sie von dieser neuen Abspaltung? Kennen Sie Männer in Ihrem Umfeld, die spornosexuell sind, oder sind Sie es selbst? Kontaktieren Sie uns unter feedback@20minuten.ch

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