Aktualisiert 09.02.2015 15:51

Kanton Zürich

Sport erhält mehr Geld aus dem Lotteriefonds

Die Anteile der Lotteriegelder für den Kanton Zürich werden neu verteilt. Für die Grünen ist es der «denkbar schlechteste Zeitpunkt».

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sda/wed
Künftig soll der Sportfonds 7 Millionen mehr aus den Lotteriegeldern erhalten.

Künftig soll der Sportfonds 7 Millionen mehr aus den Lotteriegeldern erhalten.

Der Kantonsrat hat am Montag die notwendige Revision des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (CRG) in erster Lesung behandelt. Mit der Gesetzesänderung sollen vom Ertrag der Interkantonalen Landeslotterie (Swisslos), den der Kanton Zürich erhält, neu 30 Prozent und nicht mehr nur 21 Prozent in den Sportfonds fliessen. Der Beitrag erhöht sich so jährlich von rund 16 auf 23 Millionen Franken.

Die Forderung nach einer Aufstockung zugunsten des Sports hatte eine Motion von drei CVP-Kantonsräten gefordert, die 2013 an den Regierungsrat überwiesen worden war. Auch für die Bildung und die Kultur gibt es entsprechende Vorlagen, die aber noch keine Mehrheit gefunden hat.

Grüne sind gegen die Änderung

Gegen die Gesetzesänderung sprachen sich einzig die Grünen aus. «Wir sind nicht gegen den Sport und auch nicht gegen die 30 Prozent», sagte Res Marti. Es sei aber der «denkbar schlechteste Zeitpunkt» für eine Neuverteilung der Lotteriegelder. Marti wies darauf hin, dass der Bund zurzeit das Bundesgesetz über Geldspiele ändere. Diese Gesetzesänderung sehe vor, dass Lotteriegelder nicht mehr in die allgemeine Staatsrechnung einfliessen dürfen.

Der Kantonsrat müsse sich endlich klar werden, was mit dem Lotteriefonds alles finanziert werden soll, ergänzte Esther Guyer (Grüne). Deshalb müsse nun mit einem «unbequemen Nein» die Reissleine gezogen werden. Der Antrag, auf die Gesetzesänderung nicht einzutreten, wurde jedoch mit 148 gegen 19 Stimmen abgelehnt.

«Starkes Zeichen» für Breitensport

In den übrigen Fraktionen herrschte die Meinung vor, die Aufstockung des Sportfonds sei eine sinnvolle Massnahme. Sie komme unmittelbar der Sportinfrastruktur in den Gemeinden, der Freiwilligenarbeit in den Vereinen und der Förderung von Sportprogrammen zugute.

Mit der Gesetzesänderung könne der Kanton ein «ganz starkes Zeichen» für den Breitensport im Kanton Zürich setzen, betonte Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP). Dem Sport komme bezüglich Integration und Gesundheit eine zentrale Rolle zu.

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