14.09.2020 05:00

Nach Hinrichtung von RingerSport-Welt fordert Sanktionen gegen den Iran

Trotz Protesten aus dem Ausland ist Ringer Navid Afkari im Iran hingerichtet worden. Das IOK zeigt sich ebenso geschockt wie viele Athleten und Menschenrechtler.

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Navid Afkari aus dem Iran galt als grosses Ringer-Talent. Nun wurde er hingerichtet.

Navid Afkari aus dem Iran galt als grosses Ringer-Talent. Nun wurde er hingerichtet.

Foto: Twitter
Weil er 2018 bei einer Demonstration einen Sicherheitsbeamten getötet haben soll, musste er sterben.

Weil er 2018 bei einer Demonstration einen Sicherheitsbeamten getötet haben soll, musste er sterben.

Foto: Keystone/AP
Auf der ganzen Welt wehrten sich Sportler und Politiker dagegen.

Auf der ganzen Welt wehrten sich Sportler und Politiker dagegen.

Foto: Instagram

Darum gehts

  • Der iranische Ringer Navid Afkari ist im Iran hingerichtet worden.
  • Das IOK und Menschenrechtler zeigen sich geschockt.
  • Nun werden Forderungen nach Sanktionen gegen den Iran lauter.

Die Hinrichtung des Ringers Navid Afkari hat die Rufe nach einer Verbannung des Iran aus dem Weltsport neu entfacht. Trotz internationaler Proteste war das Todesurteil gegen den 27-Jährigen nach Behördenangaben am Samstag im Gefängnis Adel-Abad in der südiranischen Stadt Schiras vollstreckt worden.

Athleten-Verbünde und Menschenrechtler forderten nun Sanktionen gegen den Iran und nahmen auch das Internationale Olympische Komitee in die Pflicht. Der Iran verdiene «nicht länger das Privileg, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen», mahnte die Sportler-Union «Global Athlete».

IOK gibt sich zurückhaltend

US-Aussenminister Mike Pompeo verurteilte die Hinrichtung Afkaris als «abscheulichen Angriff auf die Menschenwürde». Die World Players Association versicherte: «Wir sind fest entschlossen, dass Navid sein Leben nicht umsonst verloren hat.»

Das IOK teilte mit, es sei «geschockt» über die «sehr traurige Nachricht». Präsident Thomas Bach habe zuvor per Brief Gnadengesuche an die politische Führung des Iran gerichtet. Wie schon zuletzt erwähnte das IOK aber auch, dass es die Souveränität des Landes respektiere. Von möglichen Sanktionen gegen den Iran ist nicht die Rede. Schon vor der Hinrichtung Afkaris hatten Sportler und Organisationen das IOK ermahnt, den Druck auf den Iran zu erhöhen und das Land aus der globalen Sportgemeinschaft auszuschliessen.

Iran lehnt Einmischung in innere Angelegenheiten ab

Afkari hatte nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in der südiranischen Stadt Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Er habe die Tat gestanden, hiess es. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen führten dagegen an, das Geständnis sei durch Folter erzwungen worden. Das Todesurteil war zuvor auch vom obersten Gerichtshof bestätigt worden. Der Iran wies die Kritik aus dem Ausland zurück und lehnte sie als Einmischung in innere Angelegenheiten ab.

Die Menschenrechts-Organisation Amnesty International konterte, die Hinrichtung «nach einem unfairen Prozess ist ein Hohn für die Gerechtigkeit und verlangt nach sofortigen internationalen Massnahmen». Wie das IOK liess auch der Ringer-Weltverband wissen, es sei «zutiefst verstörend», dass alle Proteste von Sportlern und die Bemühungen internationaler Verbände nicht zum Ziel geführt hätten. «Wir sind am Boden zerstört», teilte die IOK-Athletenkommission mit.

Afkari wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in der Nacht zum Sonntag beerdigt. Laut dem Menschenrechtsaktivisten Mehdi Mahmudian, der auch ein Freund der Familie Afkaris ist, durfte seine Familie nicht an der Beerdigung teilnehmen.

Über die bevorstehende Hinrichtung war Afkaris Anwalt Hassan Junessi vorab nicht informiert worden. «Zumindest hätte die Justiz eine letzte Begegnung Afkaris mit seiner Familie erlauben sollen. Ich verstehe diese Eile für die Hinrichtung nicht», twitterte Junessi.

(dpa)

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1 Kommentar
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Gi

14.09.2020, 06:31

Warum gibt es keine Sanktionen gegen die USA ?