Femizid in Emmenbrücke  - Sportlehrer sitzt in Untersuchungshaft und Schule zeigt sich bestürzt
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Femizid in Emmenbrücke Sportlehrer sitzt in Untersuchungshaft und Schule zeigt sich bestürzt

Das Umfeld des 33-Jährigen, der in Verdacht steht, eine 29-Jährige in Emmenbrücke mit einem Messer umgebracht zu haben, schweigt. Der Arbeitgeber ist bestürzt.

von
Daniela Gigor
Michelle Muff
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In diesem Haus in Emmenbrücke wurde die 29-jährige Frau am Sonntag tot aufgefunden. 

In diesem Haus in Emmenbrücke wurde die 29-jährige Frau am Sonntag tot aufgefunden.

Google Street-View 
Mehrere Polizeifahrzeuge waren vor Ort im Einsatz.

Mehrere Polizeifahrzeuge waren vor Ort im Einsatz.

20min/News-Scout
Die Polizei sperrte das Gebiet um das betroffene Wohnhaus ab.

Die Polizei sperrte das Gebiet um das betroffene Wohnhaus ab.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Der 33-jährige Sportlehrer, der im Verdacht steht eine 29-Jährige in Emmenbrücke umgebracht zu haben, sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft.

  • Sein Arbeitgeber, die Kreisschule Aarau Süd, zeigt sich bestürzt über die Verhaftung des Lehrers.

  • Die betroffenen Eltern und Kinder werden in einem Schreiben informiert, dass er in ein laufendes Verfahren verwickelt ist.

  • Eine Person, die in der Nähe des Tatorts in Emmenbrücke wohnt, will den Wagen der getöteten Frau, während mehrerer Tage, vor dem Haus gesehen haben.

  • Die Familie des mutmasslichen Täters wollte sich nicht äussern.

Am Dienstag beantragte die zuständige Staatsanwaltschaft beim Gericht Untersuchungshaft für den 33-jährigen Sportlehrer, der verdächtigt wird eine 29-Jährige umgebracht zu haben. «Diesem Antrag wurde stattgegeben», sagt Christian Bertschi, Sprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage. Während der Sportlehrer also in Untersuchungshaft sitzt, bestätigt sein Arbeitgeber, die Kreisschule Aargau Süd, Kenntnisse über ein laufendes Verfahren zu haben, «in welches eine Lehrperson involviert ist.»

Betroffene Schule will transparent informieren

Die betroffenen Eltern und ihre Kinder werden noch am Dienstag in einem Schreiben darüber informiert, dass eine Lehrperson der Kreisschule Aargau Süd in einem laufenden Verfahren involviert ist. Aus Gründen der Transparenz würden sämtliche Eltern und Involvierte der gesamten Schule informiert. «Als Arbeitgeber sind wir bestürzt, können jedoch keine weiteren Angaben zu seinen beruflichen sowie privaten Angelegenheiten machen», schreibt Christina Camadini, Präsidentin der Kreisschulpflege. Sie hält ausdrücklich fest, dass bis auf Weiteres die Unschuldsvermutung gilt.

Mutmasslicher Täter ist sehr gut ausgebildet und spricht neun Sprachen

Am Wohnort in Emmenbrücke, geben sich die Bewohner des Hauses und die Nachbarn wortkarg. Eine Person, die anonym bleiben will, sagt: Von den Geschehnissen im Haus haben wir nichts gehört oder mitbekommen.» Im Quartier sei man vom Tötungsdelikt in nächster Nähe überrascht, weil es sich um eine ruhige Gegend handelt. Der Wagen, mit Tessiner Autonummern, soll laut der Person über mehrere Tage vor dem Haus gestanden haben. Der mutmassliche Täter wird als fröhlicher und freundlicher Mensch beschrieben. Die Familienangehörigen des 33-Jährigen wollten sich auf Anfrage nicht äussern. In sozialen Medien ist aber ersichtlich, dass der Sportlehrer sehr gut ausgebildet sein soll und laut eigenen Angaben neun Sprachen spricht. Sein Herz schlägt auch in seiner Freizeit für den Sport. So ist er etwa Trainer beim FCL-Löwenschule. Der Sprecher des FC Luzern konnte am Dienstag, wegen des laufenden Verfahrens, ebenfalls keine Fragen beantworten.

Verdächtiger in einem Nachbarskanton verhaftet

Die Luzerner Polizei kontrollierte am Sonntag eine Wohnung in Emmenbrücke, nachdem ein Hinweis eingegangen war. Bei der Durchsuchung fanden sie die Leiche einer Frau. Beim Opfer handelt es sich um eine 29-jährige Frau mit honduranischer Herkunft. Sie war im Tessin wohnhaft. Das Opfer wies Verletzungen auf, die vermutlich durch ein Messer entstanden sind. Im Zuge der sofort eingeleiteten Fahndung wurde ein 33-jähriger Schweizer in einem Nachbarkanton festgenommen. Der Sportlehrer steht im Verdacht, das Tötungsdelikt begangen zu haben.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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