Playoffs als Kritikpunkt – «Sportlich unfair» – FCZ-Boss Canepa gegen geplante Liga-Revolution
Publiziert

Playoffs als Kritikpunkt«Sportlich unfair» – FCZ-Boss Canepa gegen geplante Liga-Revolution

Die Super League könnte ab der Saison 2023/24 komplett anders aussehen. Während der FC Basel den Entscheid befürwortet, sieht man das Ganze in Zürich und Bern kritischer.

von
Lucas Werder
Sven Forster
1 / 9
Spielt der Tabellenführer künftig in einem Playoff-Duell gegen den Zweiten um die Meisterschaft? Das sind die Pläne der Liga.

Spielt der Tabellenführer künftig in einem Playoff-Duell gegen den Zweiten um die Meisterschaft? Das sind die Pläne der Liga.

Andy Mueller/freshfocus
Diese verkündete die Liga um CEO Claudius Schaefer (r.) und Medienchef Philippe Guggisberg am Dienstag. 

Diese verkündete die Liga um CEO Claudius Schaefer (r.) und Medienchef Philippe Guggisberg am Dienstag. 

Urs Lindt/freshfocus
Damit soll mehr Spannung zurück in die Super League kommen.

Damit soll mehr Spannung zurück in die Super League kommen.

Urs Lindt/freshfocus

Darum gehts

Am Dienstag präsentierte das Komitee der SFL einen Vorschlag für einen neuen Liga-Modus – ein Modus, den es so bislang in keiner europäischen Liga gibt. Ab der Saison 2023/24 soll es drei Saisonphasen mit zwölf statt zehn Teams geben. In der ersten Phase spielen alle Teams zweimal gegeneinander. Nach 22 Partien wird die Tabelle geteilt. In der zweiten Phase zwei spielen die Teams auf den Plätzen eins bis sechs und sieben bis zwölf gegeneinander – wieder zweimal. Nach total 32 Runden kommt es zu verschiedenen Playoffs – auch um den Meistertitel.

Der Leader spielt gegen Zweitplatzierten um den Titel. Platz drei bis zehn duellieren sich um die europäischen Plätze. Für den elften geht es in die Barrage gegen den Zweiten der Challenge League und das Tabellenschlusslicht steigt direkt ab. 

Nicht alle Teams sind von der geplanten Änderung begeistert. Zwar sind alle angefragten Teams für eine Aufstockung der Liga auf zwölf Teams, aber die Playoffs scheiden die Geister. Von FCZ-Präsident Ancillo Canepa heisst es: «Die Einführung einer Qualifikationsrunde mit 22 Spielen und eine Aufteilung in eine Final- und Abstiegsrunde ist zweckmässig.» Die Einführung einer Playoff-Phase lehnt der 68-Jährige aber strikt ab und liefert gleich eine umfassende Liste mit Gründen.

Grosse Sicherheitsrisiken

«Das ist sportlich unfair», so Canepa. «Wer über die gesamte Saison am meisten Punkte erspielt hat, soll auch Meister werden.» In keinem europäischen Land sonst sei ein solches System vorgesehen. «Für diese Art eines Titelgewinnes haben wir den Schweizer Cup mit einem Finalspiel.» Die Liste des FCZ-Boss beinhaltet aber nicht nur sportliche Argumente. «Die Sicherheitsrisiken wären sehr hoch», meinte Canepa.

Ins selbe Horn bläst YB-Sportchef Christoph Spycher: «Mit dem Gedanken an eine Meisterschaftsentscheidung mittels Playoffs können wir uns bei YB nicht anfreunden, weil dies der sportlichen Fairness komplett widerspräche. Zieht der FCZ in der laufenden Meisterschaft seine Leistungen über 36 Runden durch, wird er der verdiente Meister sein.»

Aber auch den Playoff-Duellen um die europäischen Plätze kann der 44-Jährige nichts abgewinnen: «Wir sind der Meinung, dass unbedingt die besten Schweizer Clubs in den europäischen Wettbewerben spielen sollten. Mit der Playoff-Formel stünde dem Zufall auch hier Tür und Tor offen.»

Der langjährige Serienmeister Basel ist eher offen für die Anpassung. Auf Anfrage von 20 Minuten meint der Verein: «Der FC Basel begrüsst grundsätzlich eine Aufstockung der Liga und auch die parallel dazu geführten Modus-Diskussionen, die den Schweizer Fussball attraktiver, spannender und im internationalen Vergleich innovativer gestalten könnten.» Bei GC sieht es ähnlich aus: «Es handelt sich um einen Schritt in die richtige Richtung, welcher die Competitive Balance innerhalb der Liga deutlich erhöhen wird und somit die Entwicklungsmöglichkeiten für Spieler und Clubs erweitern kann.»  Bei den Hoppers spricht man beim neuen Modus von einem attraktiven Format, «welches die Spannung und das Interesse rund um die Meisterschaft bis zum Saisonende aufrechterhalten wird.» Beim FC Luzern will man sich dazu noch nicht äussern. Anfang kommender Woche will man das Ganze intern nochmals besprechen und dann kommunizieren.

Von wem stammt die Idee? 

Deine Meinung

39 Kommentare