Doping: Sportmanager Stefan Matschiner festgenommen
Aktualisiert

DopingSportmanager Stefan Matschiner festgenommen

Die Staatsanwaltschaft in Wien will offenbar ein weit verzweigtes Doping-Netz im österreichischen Sport zerschlagen. In der Nacht auf Dienstag ist der Sportmanager Stefan Matschiner von der «Soko Doping» verhaftet worden.

Der 33-jährige Oberösterreicher war einst Mittelstrecken- und Crossläufer. «Es besteht der dringende Verdacht der Weitergabe von Doping-Mitteln», erklärte Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien. Matschiner soll gemäss Jarosch «bis in die jüngste Vergangenheit» mit verbotenen Substanzen gehandelt haben.

In Österreich gilt seit dem 1. August 2008 ein Anti-Doping- Gesetz, das für die Weitergabe von Blutdoping-Mitteln im grossen Stil bis zu fünf Jahre Haft vorsieht. In Sportlerkreisen könnte nun das grosse Zittern einsetzen. Laut Jarosch kennt die Anklagebehörde «mehrere Sportler», die Matschiner mit verbotenen Substanzen beliefert haben soll. Konkrete Namen nannte er nicht. Jarosch sagte allerdings, dass die Anklagebehörde nicht auf das Doping-Outing der Triathletin Lisa Hütthaler angewiesen gewesen wäre, die Matschiner öffentlich als ihre Bezugsquelle bezeichnete.

Matschiner hatte auch Radprofi Bernhard Kohl betreut, der des Dopings überführt und gesperrt wurde. Vorerst unbeantwortet liess Jarosch auch die Frage, inwieweit Matschiners Aktivitäten mit jenen des in Untersuchungshaft befindlichen Ex-ÖSV-Trainers Walter Mayer zu tun haben. In diesem Fall, und wegen der Weitergabe von EPO, wird auch der Wiener Kinderkrebsarzt, Andreas Zoubek, verdächtigt. Matschiner hat stets bestritten, in den «Doping-Sumpf» verwickelt zu sein.

(si)

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