MG TD : Sportwagen-Tuning leicht gemacht
Aktualisiert

MG TD Sportwagen-Tuning leicht gemacht

Sportwagenfreude und -dynamik für wenig Geld bot in den 1950er-Jahren der MG TD. Wer mehr Leistung wollte, dem wurde mit Werks-Tuningkits geholfen.

von
Bruno von Rotz

In den 1950er-Jahren gab es noch Einstiegssportwagen für weniger als 8000 Franken. Die boten viel Fahrspass für das Geld und konnten mit Zusatzinvestitionen in konkurrenzfähige Rennsportwagen umgebaut werden. Einer von ihnen war der rustikale MG TD.

Bereits 1931 begann MG einen «Midget» mit Namen C-Type zu verkaufen, 1932 folgten der Q- und J-Type, aus dem der P-Type und schliesslich ab 1936 der TA entstand. Letzterer darf als direkter Vorläufer der späteren TB, TC, TD und TF Midgets gesehen werden. TA und TB wurden vor dem Zweiten Weltkrieg verkauft, der TC war ab 1945 der ersten Nachkriegssportwagen der Firma aus Abingdon. Am 18. Januar 1950 brachte MG dann in allen wichtigen Absatzmärkten den komplett überarbeiteten MG TD heraus.

Neu und doch kaum anders als der Vorgänger

Am noch stark an die Vorkriegsgeneration erinnernden MG TC war viel Kritik geäussert worden, was die Ingenieure des Unternehmens dazu anspornte, die technische Basis des Wagens fast komplett zu erneuern. Ein neues Chassis, neue Aufhängungen und viele Verbesserungen wurden mit Motor und Getriebe aus dem Vorgänger kombiniert und fertig war der neue, zweisitzige und deutlich komfortablere Sportwagen TD mit 55 PS und rund 120 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Optisch wurde nur dezent modernisiert, man entschied sich für eine konservative Aussenhaut, um die Amerikaner und damit den wichtigsten Markt bei der Stange zu halten. So hatte auch der TD freistehende Kotflügel und Scheinwerfer, und auch innen blieb man bei der gemeinsamen Sitzlehne, dem nostalgischen Armaturenbrett und Federspeichen-Lenkrädern.

Mehr Leistung in Varianten

Wie schon beim Vorgänger bot auch zum MG TD Tuning-Kits an. Die Optimierungsmassnahmen zielten primär auf höhere Verdichtung und Zwangsbeatmung, sprich Kompressor. Fünf Tuning-Stufen waren möglich und konvertierten den vergleichsweise braven Serien-TD zu einem regelrechten Brandstifter für die Rennstrecke.

Wer wollte und bezahlte, konnte die Leistung durch Erhöhen der Verdichtung, Installieren eines Kompressors und Nutzen von Methanol fast verdoppeln! Doch auch für den zivilen Einsatz lohnte sich der Einbau eines Shorrock-Kompressors, denn die Leistung stieg markant an, ohne dass Komfortabstriche im Alltag zu verzeichnen waren.

Angenehmer Reisebegleiter

Der MG TD ist kompakt und wirkt auf Anhieb wie ein treuer Kumpane. Natürlich will der Sportwagen offen gefahren werden. Das Dach lässt sich in rund drei bis fünf Minuten öffnen und verstauen, wobei vor allem das Demontieren der festen Seitenteile Aufwand verursacht, während das Aufspannen der Persenning locker geht. Man kann sogar noch die Frontscheibe herunterklappen, um den Luftstrom zu maximieren. In dieser Konfiguration ist zusammen mit einem aufgespannten «Tonneau-Cover» auch die Spitzengeschwindigkeit erreichbar, die bei der Kompressorvariante deutlich über 130 km/h liegt.

Der Motor startet auf Anhieb und Startzugbetätigung, keine Spur von Sportmotor-Attitüden. Erster Gang und los gehts, erstaunlich kultiviert und ohne Krawall. Problemlos kann man mit dem Alltagsverkehr mithalten, hinter dem TD bilden sich keine Schlangen. Natürlich will der TD in der Spur gehalten werden und auch das Gepäckraum-Volumen fasst keine Überseekoffer, aber dies würde wohl auch niemand vom rustikalen Engländer erwarten!

Wir danken der Classic Car Connection für die Gelegenheit, den MG TD Mark II mit Stage-4-Tuning von 1951 zur Foto-Probefahrt entführen zu dürfen.

Weitere Informationen, viele aktuelle und historische Bilder sowie die damalige Verkaufsliteratur und ein Handbuch zum MG TD finden sich auf www.zwischengas.com.

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