Neil Young gegen Joe Rogan – Spotify lässt Musiklegende wegen Corona-Leugner fallen

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«Verkauft Lügen»Spotify lässt Musiklegende wegen Corona-Leugner fallen

Neil Young will seine gesamte Musik sofort von Spotify löschen lassen. Der Rockstar wirft der Plattform vor, dass sie den US-Podcaster Joe Rogan Falschinformationen über Corona verbreiten lässt.

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Der Streamingdienst Spotify stellt sich hinter den umstrittenen Podcaster Joe Rogan.

Der Streamingdienst Spotify stellt sich hinter den umstrittenen Podcaster Joe Rogan.

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Rogan hatte letztes Jahr einen 100 Millionen Dollar schweren Exklusivvertrag mit Spotify abgeschlossen. 

Rogan hatte letztes Jahr einen 100 Millionen Dollar schweren Exklusivvertrag mit Spotify abgeschlossen.

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Der Podcaster steht in der Kritik, weil er Falschinformationen rund um Corona weitergab. 

Der Podcaster steht in der Kritik, weil er Falschinformationen rund um Corona weitergab.

USA TODAY Sports

Darum gehts

«Es gibt entweder Young oder Rogan, aber nicht beide», schrieb der Rockstar Neil Young in einem mittlerweile gelöschten Beitrag auf seiner Website. Zuvor hatte er vom Streamingdienst Spotify gefordert, den Podcast des umstrittenen US-Comedians Joe Rogan zu entfernen. Joe Rogan ist einer der beliebtesten Podcast-Hosts auf der Plattform und weltweit. Vergangenes Jahr schloss er mit Spotify einen 100 Millionen Dollar schweren Exklusivvertrag ab.

Der Rockstar wirft Joe Rogan vor, Falschinformationen über das Coronavirus und die Covid-19-Impfung zu verbreiten. «Spotify ist zu einem Ort der potenziell tödlichen Desinformation über Covid geworden», erklärte er. «Es sind Lügen, die gegen Geld verkauft werden», so der Musiker. Young, der mit Songs wie «Heart of Gold» und «Harvest Moon» bekannt wurde, erklärte, dass 60 Prozent seiner Einnahmen vom Streaming auf Spotify kommen.

Offener Brief an Spotify

«Ich möchte meiner sehr grossen und solidarischen Plattenfirma Warner Brothers-Reprise Records danken, die mich in meiner Entscheidung unterstützt, meine gesamte Musik von Spotify zu entfernen», schrieb der 76-jährige Musiker weiter auf seiner Website. Am Donnerstagmittag war der Musikkatalog von Young noch auf der Streamingplattform verfügbar.

Erst kürzlich wurde Spotify mit einem offenen Brief aufgefordert, gegen die Covid-19-Fehlinformationen vorzugehen. Das Schreiben wurde von über tausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Ärztinnen und Ärzten sowie Gesundheitsexperten und -expertinnen unterzeichnet. Darin wurde unter anderem die Besorgnis über die zunehmende Anti-Impf-Rhetorik des Podcasters Rogan geäussert.

Joe Rogan habe in seinem Podcast unter anderem fälschlicherweise behauptet, dass mRNA-Impfstoffe eine «Gentherapie» seien. Weiter habe er für die Verwendung des Entwurmungsmittels Ivermectin zur Behandlung von Covid-19 geworben, diverse Verschwörungstheorien verbreitet und sich gegen die Covid-Impfungen bei Jugendlichen und Kindern gestellt, heisst es im Schreiben.

«Bedauern Entscheid»

Spotify erklärte Berichten zufolge: «Wir bedauern Neils Entscheidung, seine Musik von Spotify zu entfernen, hoffen aber, ihn bald wieder begrüssen zu dürfen.» Den Angaben eines Sprechers zufolge habe die Plattform «seit Beginn der Pandemie mehr als 20’000 Podcast-Episoden im Zusammenhang mit Covid gelöscht». Rogan selbst hat bisher nicht auf die Äusserungen reagiert.

Gegen Rogans Podcast wurde schon früher Kritik geäussert. So stellten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Spotify im September 2020 gegen die Inhalte des Formats, die sie als transgenderfeindlich bezeichneten, schreibt das «Wall Street Journal». Das Unternehmen hielt indes an seinem Star-Podcaster fest. CEO Daniel Ek erklärte, dass das Ziel, Spotify zur «grössten Audioplattform der Welt» zu machen, die Einbeziehung verschiedener Stimmen und abweichender Meinungen beinhalte.

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(AFP/TOB)

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