Sprachen sich Schweizer Banken bei den Löhnen ab?

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Weko-UntersuchungSprachen sich Schweizer Banken bei den Löhnen der Angestellten ab?

Die Wettbewerbskommission Weko überprüft, ob sich Schweizer Geldinstitute wegen der Gehälter von Mitarbeitenden ausgetauscht haben: Dies würde gegen das Kartellrecht verstossen. Auslöser für die Ermittlungen ist eine Selbstanzeige.

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Schweizer Banken haben sich möglicherweise wegen der Löhne von Angestellten abgesprochen.

Schweizer Banken haben sich möglicherweise wegen der Löhne von Angestellten abgesprochen.

20min/Ela Çelik
Dies wäre kartellrechtlich unzulässig, teilt die Weko mit.

Dies wäre kartellrechtlich unzulässig, teilt die Weko mit.

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Darum gehts

  • Die Wettbewerbskommission führt eine Voruntersuchung gegen 34 Banken.

  • Sie werden verdächtigt, unzulässige Absprachen zu Löhnen getroffen zu haben.

  • Es ist das erste Mal, dass in der Schweiz mögliche Absprachen auf dem Arbeitsmarkt untersucht werden.

Haben Schweizer Banken sich bei den Salären abgesprochen? Diesen Verdacht legt eine Mitteilung der Wettbewerbskommission nahe: «Das Sekretariat der Wettbewerbskommission (Weko) hat gegen 34 Bankinstitute in sechs Deutschschweizer Regionen eine Vorabklärung eröffnet», heisst es darin. Ziel des Verfahrens sei, «abzuklären, ob die Informationsaustausche über die Löhne und Lohnbestandteile von verschiedenen Kategorien von Angestellten Anhaltspunkte für unerlaubte Abreden im Sinn des Kartellgesetzes darstellen». Es ist das erste Mal, dass die Weko mögliche Abreden auf dem Arbeitsmarkt untersucht, die das Kartellrecht betreffen.

Die Absprachen hätten vor allem Studienabgänger und -abgängerinnen, Lehrlinge oder Mitarbeitende, die sich weitergebildet hätten, betroffen, erklärte Weko-Direktor Patrik Ducrey gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Die Absprachen seien an Sitzungen getroffen worden. Welche Banken von der Untersuchung betroffen sind, wurde nicht mitgeteilt, es seien aber «grosse und kleine Institute» in der Deutschschweiz betroffen. Auf Anfrage hätten aber etwa Raiffeisen und die Zürcher Kantonalbank sowie die Valiant Bank und die Luzerner Kantonalbank mitgeteilt, einen entsprechenden Fragebogen erhalten zu haben.

Selbstanzeige als Auslöser

Weko-Direktor Ducrey gab an, die Untersuchung stehe ganz am Anfang. Derzeit würden die Informationen zusammengetragen. In der Regel entscheide es sich nach rund einem Jahr, ob eine offizielle Untersuchung eröffnet werde. Je nachdem könne die Untersuchung auch auf weitere Regionen und Banken ausgedehnt werden. Ausgelöst hatte die Ermittlungen die Selbstanzeige einer Bank, berichtet die «Handelszeitung» – und spekuliert, ob es sich dabei um die UBS handelt: Diese sei in der Vergangenheit «schon des Öfteren mit Selbstanzeigen in Kartell-Absprachen aufgefallen».

Die Bankangestellten selbst begrüssen die Weko-Ermittlungen. «Wir sind über das Vorgehen der Weko erstaunt, weil bis anhin die Lohnfragen keine dem Wettbewerbsrecht unterliegende Themen waren», zitiert der «Blick» den Schweizerischen Bankpersonalverband. «Wir hoffen schwer, dass die Untersuchung im Interesse der Arbeitnehmenden durchgeführt wird. Wir verlangen schon seit Jahren Lohntransparenz.»

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