«Rich Gang sticht zu»: Sprayer-Bande sorgt in Berner Quartier für Ärger und Unbehagen
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«Rich Gang sticht zu»Sprayer-Bande sorgt in Berner Quartier für Ärger und Unbehagen

Vandalen haben in den vergangenen Monaten wiederholt Liegenschaften an der Berner Schlossstrasse mit Sprayereien verunstaltet – und mit teils gewaltvollen Botschaften versehen.

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An der Schlossstrasse in Bern sind in den letzten Monaten immer wieder Häuserwände verunstaltet worden.

An der Schlossstrasse in Bern sind in den letzten Monaten immer wieder Häuserwände verunstaltet worden.

Leser-Reporter
Die Sprayerbande nennt sich «Rich Gang». 

Die Sprayerbande nennt sich «Rich Gang».

Leser-Reporter
Auch die Fassade von Emad Tamos Coiffeursalon wurde mehrfach verschandelt. 

Auch die Fassade von Emad Tamos Coiffeursalon wurde mehrfach verschandelt.

Emad Tamo

Darum gehts

  • Diverse Liegenschaften an der Berner Schlossstrasse wurden in der Vergangenheit mehrfach von Sprayern verunstaltet.

  • Die Bande, die sich «Rich Gang» nennt, hinterlässt auch gern gewaltvolle Botschaften an den Häuserwänden.

  • Die Kantonspolizei Bern hat Kenntnis von den Vandalenakten.

Im Berner Holligen-Quartier wütet seit geraumer Zeit eine besonders lästige Sprayerbande, die sich «Rich Gang» nennt. Vor allem an der Schlossstrasse wurden in den letzten Monaten wiederholt Gebäudefassaden, Schaufenster und Briefkästen verschandelt. «Diverse Blöcke mussten schon x-fach frisch gestrichen werden», erzählt ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Entsprechend gross seien der Sachschaden und der Ärger bei den Liegenschaftsbesitzern.

Im Vergleich zu manch anderen Bildern und Schriftzügen, die sich etwa auf legalen Graffiti-Flächen in der Stadt fänden, handle es sich in den vorliegenden Fällen bloss um «böswilliges Gekritzel», sagt der Leser. Einmal sei etwa zu lesen gewesen: «Rich Gang sticht zu». Derlei Botschaften würden insbesondere ältere Menschen im Quartier verunsichern, wie er erfahren habe.

«Erscheinungsbild meines Geschäfts leidet»

Zu den Leidtragenden gehört auch Emad Tamo, der an der Schlossstrasse einen Coiffeursalon führt. Schon viermal sei die Hausmauer neben dem Eingang versprayt worden, zuletzt am vergangenen Samstag. «Mich ärgert das sehr, weil das äussere Erscheinungsbild meines Geschäfts leidet», sagt Tamo. Er müsse jedes Mal die Verwaltung kontaktieren, und diese ein Unternehmen vorbeischicken, die den Schaden behebt. Der Coiffeur appelliert an die Täter, ihren kreativen Geist an einem legalen Ort auszuleben.

Der Berner Kantonspolizei ist bekannt, dass es an der Schlossstrasse in der Vergangenheit zu Sprayereien kam, wie Sprecherin Lena Zurbuchen auf Anfrage sagt. Man gehe entsprechenden Meldungen nach und sei sensibilisiert auf das Thema. Seit November seien aber keine Vandalenakte von dort gemeldet worden; trotzdem seien Polizeipatrouillen im Quartier unterwegs und würden bei allfälligen Feststellungen gegebenenfalls Massnahmen einleiten.

(sul)

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