Aktualisiert 17.01.2019 14:48

50 Tags hinterlassenSprayer musste in U-Haft und erhält nun hohe Busse

Ein 23-jähriger Obwaldner hat mit Tags einen Sachschaden von 100'000 Fr. verursacht. Dafür musste er einen Monat in U-Haft – und muss nun mindestens 33'000 Franken zahlen.

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Ein 23-jähriger Obwaldner hat zwischen 2014 bis 2017 in 50 Fällen an verschiedenen Orten im Land gesprayt.

Ein 23-jähriger Obwaldner hat zwischen 2014 bis 2017 in 50 Fällen an verschiedenen Orten im Land gesprayt.

Dies vor allem aber an Bahnwagen im Bereich der Geleise der Zentralbahn und der Autostrasse A8.

Dies vor allem aber an Bahnwagen im Bereich der Geleise der Zentralbahn und der Autostrasse A8.

Der angerichtete Sachschaden: 99'000 Franken.

Der angerichtete Sachschaden: 99'000 Franken.

Seine Sprayereien und Tags waren laut Obwaldner Staatsanwaltschaft in der ganzen Schweizer Szene bekannt: Der 23-Jährige hinterliess von 2014 bis 2017 in 50 Fällen an verschiedenen Orten im Land Sprayereien, vor allem aber an Bahnwagen im Bereich der Geleise der Zentralbahn und der Autostrasse A8. Der angerichtete Sachschaden beträgt 99'000 Franken.

Doch die Ermittler kamen dem Sprayer auf die Spur. Bei der Beweisaufnahme konnten sie auch auf Bildmaterial zurückgreifen, das mit einer GoPro-Kamera gemacht wurde, sagte Oberstaatsanwältin Esther Omlin auf Anfrage. Im Sommer 2016 schlug die Polizei dann zu und verhaftete den jungen Mann. Wegen Verdunkelungsgefahr sei er einen Monat lang in Untersuchungshaft gewesen: «Es bestand Verdunkelungsgefahr, weil er mit Kollegen zusammen gesprayt hatte.»

8'000 Fr. Busse und 25'000 Fr. Gerichtskosten

Nun ist das Verfahren abgeschlossen und ein rechtskräftiges Urteil gefällt: Die bedingte Geldstrafe beträgt 9180 Franken. Diese muss der Mann bezahlen, falls er wieder delinquiert. Sicher übernehmen muss er die Busse von 8000 und die Gerichtskosten von 25'000 Franken, total also 33'000 Franken.

Geschädigte können vom Sprayer Geld verlangen

Möglicherweise kommen aber noch weitere Kosten auf den Mann zu: Gemäss Omlin können die Geschädigten Regress nehmen. Sollte der Mann künftig zu Geld kommen, muss er laut Omlin mit Forderungen rechnen, um für den angerichteten Sachschaden von 100'000 Franken aufzukommen. Und dass er zu Geld kommt, ist wahrscheinlich: «Der Verurteilte ist inzwischen geläutert, ich stelle ihm eine gute Prognose. Er wurde im Laufe des Verfahrens zu einem anderen Menschen», sagt Omlin.

Sprayer musste Tags übermalen

Zum Teil hat der Obwaldner seine Sprayereien auch selber wieder entfernt: Der Sprayer arbeitete während des laufenden Verfahrens bei diversen Geschädigten, um den Schaden wieder zu beheben, «was sich positiv auf das Strafmass auswirkte», teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er habe Malerarbeiten leisten und dabei zum Teil seine eigenen Tags mit weisser Farbe übermalen müssen. Zudem habe er auch Malerarbeiten geleistet, die nicht direkt mit seinen Sprayereien zu tun gehabt hätten.

Inzwischen wurden auch verschiedene ausserkantonale Mittäter des 23-Jährigen verurteilt. (20 Minuten)

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