Aktualisiert 28.03.2014 08:51

In Wien in U-Haft

Sprayer Puber beschäftigt nun auch Zürcher Justiz

Der in Wien verhaftete Schweizer Sprayer Puber bleibt in U-Haft. Inzwischen ist auch die Zürcher Staatsanwaltschaft bei ihren österreichischen Kollegen vorstellig geworden.

von
rom

Nachdem das Wiener Landgericht die Untersuchungshaft für den Schweizer Sprayer Puber wegen Verdunkelungsgefahr verlängert hat, interessiert sich jetzt auch die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich für den Fall. Gestern traf ein Rechtshilfeersuchen bei den Wiener Kollegen ein. «Wir haben den Kontakt zu den österreichischen Behörden hergestellt und warten nun auf Antwort», sagte Staatsanwalt Urs Lechner gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Über den Inhalt könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.

Der 29-jährige Puber war am 9. März in Wien verhaftet worden. Der Zürcher soll dort mit seinem Schriftzug Dutzende Hauswände besprüht haben. Seit dem 9. März sitzt er wegen schwerer Sachbeschädigung in U-Haft. Die Justiz geht von einem Schaden von über 50'000 Euro aus. Nach österreichischem Recht drohen ihm bis zu fünf Jahre unbedingte Haft.

Noch wartet man allerdings auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei. Ein grafologisches Gutachten soll nachweisen, dass zumindest einige der vielen Puber-Tags von ihm selber stammen. Die Wiener Zeitung Presse berichtete am Donnerstag, dass die Grundlage für das Gutachten ein Schriftzug Pubers ist, der am 30. August 2013 an die Fassade eines Cafés im Wiener Bezirk Neubau gesprayt wurde.

Puber ist nicht geständig

«Mein Mandat sagt, er habe die Graffiti nicht an die Wände gesprayt», sagte Pubers Verteidiger Roland Friis dazu. Sollte Puber bei dieser Verteidigungsstrategie bleiben, müsste die Wiener Staatsanwaltschaft erst nachweisen können, dass er der Mann mit dem Pseudonym Puber ist. In Wien entsteht derweil eine Solidaritätsbewegung mit Puber und anderen inhaftierten Sprayern. Unter anderem finden Konzerte statt. In einer Erklärung steht: «Es ist uns seit Jahren keine so ekelhafte, faschistoide und menschenfeindliche Hetzjagd auf einen Strassenkünstler bekannt.»

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