Vandalismus bei SBB: Sprayerinnen brechen in Speisewagen ein

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Vandalismus bei SBBSprayerinnen brechen in Speisewagen ein

Zürcher Sprayerinnen haben einen Speisewagen geplündert und verwüstet. Den Einbruch haben sie fein säuberlich dokumentiert und auf Youtube gestellt.

von
tam
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Die Sprayerinnen machen sich über die Vorräte im SBB-Speisewagen her.

Die Sprayerinnen machen sich über die Vorräte im SBB-Speisewagen her.

Screenshot Youtube
Auch die Weinflaschen werden im SBB-Speisewagen geleert.

Auch die Weinflaschen werden im SBB-Speisewagen geleert.

Screenshot Youtube
Am Tisch entwerfen die vermummten Frauen den neuen Schriftzug.

Am Tisch entwerfen die vermummten Frauen den neuen Schriftzug.

Screenshot Youtube

Die berüchtigte Zürcher Graffiti-Crew KCBR macht mit einem neuen Kurzfilm auf sich aufmerksam. Bereits über 35'000 Nutzer haben sich den knapp 20-minütigen Zusammenschnitt in den vergangenen zwei Tagen auf Youtube angesehen. Darin zeigen die als alte Frauen maskierten Sprayerinnen, wie sie in einen SBB-Waggon einbrechen.

Der Einbruch war offenbar minutiös geplant: Die Täterinnen trugen SBB-Westen und haben sich offensichtlich einen Schlüssel beschafft, mit dem sie in den Wagen eindringen konnten. In der Bordküche machten sie sich Kaffee und bereiteten einen Fisch zu. Bei Wein und Zigaretten planten die Frauen danach am runden Tisch im oberen Stock des Waggons, was sie auf die Aussenhülle sprayen wollten. Nach der Umsetzung verschwanden die Maskierten.

Schäden von 5,6 Millionen Franken

Wie gross der Aufwand war, den Speisewagen innen und aussen wieder in Ordnung zu bringen – und ob der Vorfall zu Verspätungen geführt hat, ist nicht bekannt: Die SBB will «zu einzelnen Sprayer-Aktionen keine Stellung nehmen». Sie weist aber darauf hin, dass sich die Schäden wegen Vandalismus 2016 auf 5,6 Millionen Franken beliefen.

In der Werkstätte fielen Standkosten sowie Mitarbeiter- und Materialkosten für die Reinigung an. Die Reinigung eines vollgesprayten Zugs nehme Dutzende Mannstunden in Anspruch. Dabei müssten auch starke Chemikalien eingesetzt werden.

«Jede Sprayerei wird angezeigt»

Diese Kosten für die Reinigung würden sich indirekt auch auf die Berechnung der Billettpreise auswirken. Zudem müssten die Wagen ausser Betrieb genommen und ersetzt werden, was ebenfalls Auswirkungen für die Kunden habe. Die SBB versucht deshalb, präventiv vorzugehen und für das Thema Vandalismus zu sensibilisieren.

Jede Sprayerei werde von der SBB auch zur Anzeige gebracht und möglichst innerhalb von 24 Stunden entfernt. Zudem betont die SBB, dass es nicht nur strafbar, sondern auch lebensgefährlich sei, die Bahnanlagen zu betreten. Ebenfalls nicht kommentieren wollte die SBB, wie die Sprayerinnen an SBB-Westen und den Waggon-Schlüssel gekommen sind.

(Video: Youtube/Heidi Müller)

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