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Berner ÖVSprechende Haltestellen für sehbehinderte Pendler

Bernmobil und RBS lassen 199 Haltestellenanzeigen sprechen: Diese informieren akustisch über die nächsten Abfahrten. Der Behindertenkonferenz gefällt das mässig.

von
smü

Die beiden Berner ÖV-Unternehmen Bernmobil und der RBS statten 199 Haltestellen in der Region mit sprechenden Haltestellenanzeigen aus. Mit Druck auf den Knopf liest eine Stimme die nächsten Abfahrten vor. Der Knopf ist mit einer Relief- und Brailleschrift versehen.

Umrüstung kostet 3,7 Millionen Franken

Zusätzlich werden an Haltestellen, an welchen mehr als 800 Personen ein- und aussteigen, auch die elektronischen Anzeigetafeln ausgetauscht. Die Schriftgrösse wird abgeändert und die Farbe von rot auf orange gewechselt – der besseren Lesbarkeit wegen. Die Haltestellenanzeigen tauschen sich mit der Leitstelle aus und zeigen die Abfahrtszeiten in Echtzeit an.

Die Behindertenkonferenz Stadt und Region Bern zeigt sich ab der Umrüstung mässig erfreut – grundsätzlich sei man froh, werde das Behindertengleichstellungsgesetz «endlich» umgesetzt, aber: «Die Schriftart ist filigran und dadurch nicht gut erkennbar. Und die Vorlesefunktion ist zu leise, wenn zugleich ein Tram einfährt», sagt Herbert Bichsel, Geschäftsführer der Behindertenkonferenz. Man habe verpasst, eine Steuerung einzubauen, welche automatisch auf die Umgebungsgeräusche reagiere und die Lautstärke lauter oder leiser stelle.

Die aktuellen Haltestellenanzeigen sind teilweise 15 Jahre alt und müssen in nächster Zeit sowieso ersetzt werden. Die Umrüstung kostet pro Haltestelle 15'000 Franken und soll im Dezember 2016 abgeschlossen sein.

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