Aktualisiert 28.07.2004 22:03

Sprengstoffanschlag auf Thuner Kleiderboutique

Eine Explosion erschütterte gestern Morgen um 4.20 Uhr die Thuner Innenstadt. Der Anschlag galt einer Kleiderboutique.

«Wegen ein paar ‹Schnuderhünden› gebe ich doch nicht auf», sagt Expression-Store-Geschäftsführerin Lia Schorno. Die heftige Explosion in der Oberen Hauptgasse 51 war gegen ihr Geschäft gerichtet. Durch die Druckwelle zersplitterten in der Umgebung mehrere Scheiben. Direkt neben dem verwüsteten Boutique-Eingang sprayten die Täter die Parole «Nazis raus» an die Wand.

«Politische Motive kann ich weder dementieren noch bestätigen», sagt der Thuner Polizeichef Erwin Rohrbach. Bereits im April dieses Jahres wurde ein Farbanschlag auf den Expression Store ausgeübt. «Damals gab es ein Bekennerschreiben aus linksautonomen Kreisen», sagt Rohrbach. Darin sei den Boutique-Betreibern vorgeworfen worden, sie würden sich an rechtsextremen Machenschaften beteiligen. Schorno: «Nur weil wir die Kleidermarke Lonsdale führen, sind wir doch nicht Neonazis.» Die Marke wird mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung gebracht. Aber: «Schon Muhammed Ali hat doch in Lonsdale-Hosen geboxt», weiss Schorno.

Gemäss Polizeichef Rohrbach sei die Explosion mit Pyrotechnika verursacht worden. Worum es sich dabei genau handelt, untersucht jetzt die Bundesanwaltschaft.

Alessandro Meocci

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