Sprinter an der EM weiter - Naef ausgeschieden
Aktualisiert

Sprinter an der EM weiter - Naef ausgeschieden

Die Leichtathletik-EM in Göteborg geht für die Schweizer gut los. Nach persönlicher Bestzeit von Simone Oberer im Hürdenlauf des Siebenkampfes überstanden Markus Lüthi und Andreas Baumann die 100-m-Vorläufe.

Während die beiden Sprinter die 100-m-Vorläufe überstanden, setzte es für 400-m-Laufer Pierre Lavanchy und Langhürdlerin Martina Naef am ersten Tag der Leichtathletik-EM in Göteborg saftige Niederlagen ab.

Lüthi und Baumann, die sich über die Staffel ins EM-Team gelaufen hatten, wurden nahe bei ihren Saisonbestzeiten gestoppt. Mit 10,51 schaffte Aargauer Lüthi als insgesamt 22. den Einzug in die Zwischenläufe vom Montagabend. Baumann vom LC Zürich qualifizierte sich in 10,58 als 32. und Letzter unter 44 Teilnehmern noch hauchdünn für die zweite Runde. Vorlaufbestzeit schuf der wegen Dopings vorbestrafte Brite Dwain Chambers in 10,24. «Kurz vor dem Ziel verlor ich die Koordination und überdrehte», sagte Baumann. «Ich hatte Glück, dass es für die Zwischenrunde noch reichte.»

Naef zu übermütig

Für Martina Naef (LC Opfikon) ging die EM brutal zu Ende. Sie war mit einer Bestzeit von 56,97 praktisch chancenlos zum 400-m- Hürdenvorlauf gestartet, riskierte in dem von Olympiasiegerin Fani Halkia (Grie) gewonnenen Rennen zu viel und brach völlig ein. Mit einer Zeit von 58,08 resultierte lediglich der 29. Rang unter 32 Konkurrentinnen.

«Ich startete wie verrückt und bemerkte nicht, dass ich so schnell unterwegs war, bis es mich bei 250 m aufstellte», sagte sie. Naef fühlte sich topmotiviert, «sogar übermütig, weil ich an diesen EM eine besonders gute Leistung bringen wollte.» Sie werde aus diesem Fehler lernen, sagte die 26-Jährige aus Samstagern, «Göteborg war bestimmt nicht mein letzter Grossanlass.»

Lavanchys Poker ging nicht auf

Die erste wirkliche Enttäuschung betraf den Lausanner 400-m- Läufer Pierre Lavanchy. Der letztjährige WM-Halbfinalist schied in den Vorläufen in schwachen 46,71 aus. Der 24-jährige Psychologie- Student wurde in seiner Serie Vierter (die ersten drei kamen weiter) und insgesamt 23. unter 33 Startern. Seine Saisonbestzeit verpasste er um 0,74, seine persönliche Bestleistung aus dem Vorjahr um 1,22 Sekunden.

Lavanchy stellte sein Trainingsprogramm in Frage. Er hatte für diese Saison auf mehr Quantität und weniger Qualität gesetzt, «aber mein Poker ist nicht aufgegangen», sagte er. «Auf der Zielgeraden trugen mich die Beine nicht mehr.» Lavanchy wird mit seinem Trainer Hansruedi Herren, der einst Anita Protti zu Höhenflügen geführt hatte, über die Bücher gehen. (si)

Deine Meinung