Trockenheit: Sprung in die Aare ist lebensgefährlich
Aktualisiert

TrockenheitSprung in die Aare ist lebensgefährlich

Ein Sprung in die Aare gehört zum Berner Sommer dazu. Doch dies kann wegen des tiefen Wasserstandes heuer zur Todesfalle werden.

von
Nora Camenisch
Gefährliches Brückenspringen: Wegen des tiefen Wasserpegels sollte momentan darauf verzichtet werden. Foto: meo

Gefährliches Brückenspringen: Wegen des tiefen Wasserpegels sollte momentan darauf verzichtet werden. Foto: meo

Wassertemperaturen von bis zu 18 Grad laden zum Baden in der Aare ein. Doch dies ist für risikofreudige Brückenspringer derzeit hochgefährlich. Denn die anhaltende Trockenheit liess die Wasserstände sinken. «Der Abfluss der Aare unterhalb des Thunersees entspricht noch 40 Prozent der üblichen Menge zu dieser Jahreszeit», sagt Heinz Habegger, Vorsteher des Amts für Wasser und Abfall des Kantons. Noch prekärer ist die Lage im Bielersee. «Dieser hat den tiefsten Stand seit 30 Jahren.»

In Thun, wo das Springen von Brücken sehr beliebt ist, ist besondere Vorsicht geboten. Verbotsschilder gibt es aber nicht. «Wir appellieren an die Eigenverantwortung der Springer», so Erwin Rohrbach von der Stadt.

Auch die Schweizerische

Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG warnt vor unbedachten Sprüngen. Prisca Wolfensberger: «Heuer muss man die Wassertiefe besonders genau prüfen.» Ausserdem sollten Springfreudige sehen können, wohin sie springen. «Es können schon mal Baumstämme angeschwemmt werden. Das kann gefährlich sein.» Mögliche Folgen: «Schwere Verletzungen an Wirbelsäule, Nacken oder Kopf können zu Lähmungen führen oder sogar tödlich sein.»

Tödlich endete am Montagabend auch ein Schwimmunfall im Moossee. Aus noch ungeklärten Gründen geriet ein 52-Jähriger in Schwierigkeiten. Er verstarb trotz Reanimationsversuchen noch vor Ort.

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