21.11.2017 15:48

ArizonaSpukhotels, Klischees und Anti-Trump-Stimmung

Die ehemalige Kupferminenstadt Jerome in den Hügeln Arizonas sieht zwar wie eine alte Wildwest-Film-Location aus, hat aber noch viel mehr zu bieten.

von
ISC
21.11.2017
Die ehemalige Kupferminenstadt Jerome befindet sich in den Hügeln Arizonas, genauer am Cleopatra Hill in einer Höhe von 1600 Metern.

Die ehemalige Kupferminenstadt Jerome befindet sich in den Hügeln Arizonas, genauer am Cleopatra Hill in einer Höhe von 1600 Metern.

Courtesy City of Jerome/Arizona
Nach unzähligen Bergrutschen und Feuersbrünsten sowie der Schliessung von der Phelps Dodge Mine 1953, Jeromes letzter Kupfermine, verwandelte sich der bis dahin boomende Ort in eine Geisterstadt. Mit etwa 450 Einwohnern lebt Jerome heute hauptsächlich vom Tourismus.

Nach unzähligen Bergrutschen und Feuersbrünsten sowie der Schliessung von der Phelps Dodge Mine 1953, Jeromes letzter Kupfermine, verwandelte sich der bis dahin boomende Ort in eine Geisterstadt. Mit etwa 450 Einwohnern lebt Jerome heute hauptsächlich vom Tourismus.

Courtesy City of Jerome/Arizona
Das Prädikat «Amerikas grösste Geisterstadt» kommt nicht von ungefähr. In fast allen Hotels soll es spuken. So zum Beispiel im Ghost City Inn, das von der deutschsprachigen Hamburgerin Ingrid Sarris betrieben wird.

Das Prädikat «Amerikas grösste Geisterstadt» kommt nicht von ungefähr. In fast allen Hotels soll es spuken. So zum Beispiel im Ghost City Inn, das von der deutschsprachigen Hamburgerin Ingrid Sarris betrieben wird.

Courtesy of Ghost City Inn

Felslandschaften, die mal rosa, dunkelrot oder golden leuchten, überdimensionale Kakteen und Sonnenuntergänge, so schön, dass sie einem die Tränen in die Augen treiben: Wer nach Arizona reist, begegnet diesen in Wildwest-Filmen zelebrierten Klischees auf Schritt und Tritt. So auch in der ehemaligen Kupferminenstadt Jerome, die sich knapp 120 Kilometer nordwestlich von Phoenix befindet. Natürlich. Denn vor etwas mehr als hundert Jahren wurden in dem Bergdorf, das in einer Höhe von 1600 Metern auf dem Cleopatra Hill liegt, 15'000 Bergleute beschäftigt, die dort Kupfer abbauten. Und die sich nach der harten Arbeit in den fast 100 Saloons, Opiumhöhlen und anderen einschlägigen Etablissements erholten. Das ist heute passé. Nach Schliessung der Phelps Dodge Mine 1953, Jeromes letzter Kupfermine, wurde das Dorf zur Geisterstadt. Wortwörtlich. Kevin Savage, der Präsident der örtlichen Handelskammer, sagt grinsend dazu: «In manchen unserer Hotels soll es spuken.»

Geister und French Toast

Etwa im Ghost City Inn, wo sich gemäss einer Legende Sammy, eine vor knapp hundert Jahren ermordete Prostituierte, heulend rumtreiben soll. Auf die Frage, ob sie Sammy schon begegnet sei, lächelt Gastgeberin Ingrid Sarris geheimnisvoll. Wer nun beim Ghost City Inn aber an ein unheimliches Haus wie jenem aus Stephen Kings «Shining» denkt, liegt völlig falsch. Statt mit Horrorelementen hat die gebürtige Hamburgerin jedes der sechs Zimmer liebevoll ausgestattet, traumhaft bequeme Kingsize-Betten inklusive. Sollte das nicht genug Motivation sein: Das von Ingrids Mann Richard zubereitete Frühstück mit Erdbeer-French-Toast gehört zu den besten bis weit über die Grenzen von Jerome. Überhaupt lohnt es sich, mit Jeromies, den Bewohnern von Amerikas grösster Geisterstadt, in Kontakt zu treten. Sie verraten gerne Insidertipps – etwa wo vegane (!) Dinnerpartys im Freien stattfinden – und sind ganz wunderbare Tanzpartner. Zum Beispiel im Paul & Jerry's Saloon, wo sich angehende Ghostbusters zu Jukebox-Sounds bei Barmann George auch etwas Mut antrinken oder gegen US-Präsident Donald Trump wettern können. Denn für diesen Spuk haben die Jeromies so gar kein Verständnis.

Lage: Jerome liegt zwischen Prescott und Falstaff, knapp 120 Kilometer nordwestlich von Phoenix. Die Bergwerkstadt ist am besten über den Highway 89A zu erreichen.

Anreise:American Airlines fliegt die Strecke Zürich-Phoenix (mit Zwischenstopp in New York) täglich.

Die Reise wurde unterstützt vom Arizona Office of Tourism.

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