Ölpest: Spuren im Sand
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ÖlpestSpuren im Sand

Die Ölpest im Golf von Mexiko scheint überstanden, doch das ausgelaufene Öl ist nicht einfach weg. Meeresschützer haben es gesucht – und gefunden.

von
pbl

OFS-Cheftaucher Matt Ferraro erläutert den Fund. (Video: AP/20 Minuten Online)

Jetzt steht es fest: Die Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» hat die grösste Ölpest der Geschichte verursacht. Rund 780 Millionen Liter Rohöl sind in den Golf von Mexiko geströmt. Der Ölteppich allerdings hat sich weitgehend aufgelöst. Wissenschaftler warnen, das Öl befinde sich unter der Wasseroberfläche und werde weiterhin die Umwelt belasten. Allerdings findet man nicht nur dort Spuren der Katastrophe.

Taucher der Meeresschutz-Organisation Ocean Futures Society (OFS) besuchten am Wochenende auf Wunsch des stark betroffenen Landkreises Plaquemines die US-Südküste im Bundesstaat Louisiana, um die Folgen der Ölpest für die Umwelt zu untersuchen. Im Wasser fanden sie wenig, dafür umso mehr an Land, wie OFS-Cheftaucher Matt Ferraro erklärte: «Als wir die Küste absuchten, fanden wir kleine Löcher im Sand. Wenn man neben diesen Löchern auftritt, fühlt sich der Sand matschig an, und es tritt Öl aus.»

Selbst an vermeintlich gesäuberten Stränden ist das Schlimmste also nicht überstanden. Für Matt Ferraro kein Wunder: «Mikroben mögen einen Teil des Öls fressen, doch es handelt sich um die grösste Ölpest der Geschichte, und wir haben keinen Grund anzunehmen, dass es schneller verschwinden wird als in früheren Fällen.» Gegründet wurde die Ocean Futures Society von Jean-Michel Cousteau, dem Sohn des legendären Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau.

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