Spurensicherung im Viamala-Tunnel beendet
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Spurensicherung im Viamala-Tunnel beendet

Drei Tage nach der Brandkatastrophe im Viamala-Tunnel haben die die Spezialisten des Wissenschaftlichen Diensts der Stadtpolizei Zürich die Spurensicherung vor Ort abgeschlossen.

Mit einem letzten Augenschein in der 742 Meter langen Viamala-Tunnelröhre haben am Dienstag die Spezialisten des Wissenschaftlichen Diensts der Stadtpolizei Zürich und des kriminaltechnischen Diensts der Kantonspolizei Graubünden die Spurensicherung am Ort des Geschehens abgeschlossen, wie Polizeisprecherin Anna Maria Elmer-Cantieni erklärte. Bis der Unfallhergang geklärt sei, werde es aber noch sehr lange dauern. Alle nach dem Unfall im Tunnel stehen gebliebenen und zum Teil völlig zerstörten sieben Fahrzeuge wurden bis am (gestrigen) Montag aus der Röhre gebracht und für weitere Ermittlungen an verschienenen Orten im Kanton Graubünden abgestellt.

Die Bündner Regierung drückte am Dienstag als Reaktion auf den Anstieg der Opferzahl auf neun erneut ihre Betroffenheit über den Verkehrsunfall aus. Gesicherte Angaben zur Identität aller Opfer lagen weiterhin nicht vor.

Das Tiefbauamt des Kantons Graubünden hat am (gestrigen) Montag im Viamala-Tunnel auf der A13 die Instandstellungsarbeiten aufgenommen, wie Oberingenieur Heinz Dicht erklärte. Es zeige sich, dass die Arbeiten aufwendiger seien als erwartet, weil bei der Brandkatastrophe mehr Teile des Tunnels zerstört worden seien als ursprünglich angenommen. Man tue alles dafür, damit die Arbeiten, inklusive der Tests der wieder zu installierenden elektromechanischen Sicherheitseinrichtungen am kommenden Freitag abgeschlossen werden könnten, sagte Dicht. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass der Tunnel erst nächste Woche für den Verkehr wieder freigegeben werden könne.

In Deutschland haben Versicherer inzwischen eine Debatte über den Einbau von automatische Löschanlagen in Strassentunneln neu lanciert. Die VdS Schadenverhütung erklärte, die bestehenden Schutzmassnahmen reichten nicht aus. Ein grosses Problem bei Tunnel-Bränden sei die grosse Hitze- und Rauchentwicklung, die Rettungskräften die Arbeit erschwere. Sprühwasser-Anlagen könnten die Umgebung um den Brandherd abkühlen und Rauchpartikel würden durch das Löschwasser gebunden.

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) steht dieser Forderung skeptisch gegenüber. Sprecher Thomas Rohrbach wies auf Anfrage darauf hin, dass das System bereits im Zuge der früheren schweren Unglücke in Alpentunnel zur Diskussion gestanden sei. Im Betrieb und Unterhalt seien die aktuellen Anlagen aber äusserst heikel und ihre Effizienz im Einsatz zumindest fraglich. Wasser sei nicht immer das geeignete Löschwasser und könne im Extremfall sogar das Gegenteil bewirken. Es könnte weitere Explosionen oder chemische Verbindungen geben, welche die Situation im Falle eines Tunnelbrands unter Umständen noch verschlimmerten. Die Entwicklung werde aber weiter verfolgt und auch immer wieder überprüft, sagte Rohrbach. (dapd)

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