Srebrenica-Massaker: Haftstrafe reduziert
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Srebrenica-Massaker: Haftstrafe reduziert

Fast neun Jahre nach dem Massaker von Srebrenica hat das UNO-Tribunal das Strafmass gegen den bosnisch- serbischen General Radislav Krstic reduziert. Die Berufungskammer verringerte die Haftstrafe von 46 auf 35 Jahre.

Die Richter kamen am Montag in Den Haag zum Schluss, dass der Eroberer der bosnischen Muslim-Enklave Srebrenica nicht wegen aktiver Beteiligung am Völkermord verurteilt werden dürfe, sondern lediglich wegen Beihilfe zum Völkermord bei der Exekution von mehr als 7000 Muslimen.

Der 56-jährige Krstic, der die bosnisch-serbischen Truppen bei der Einnahme Srebrenicas kommandierte, war im August 2001 als erster Angeklagter vor dem Haager Tribunal wegen Völkermordes schuldig gesprochen worden. Er wurde zu 46 Jahren Haft verurteilt.

Krstics Anwälte hatten Berufung eingelegt. Sie bestritten, dass es sich bei den Ereignissen in Srebrenica um Völkermord gehandelt habe. Die Tötung von mehreren tausend Moslems nach dem Fall der UNO- Schutzzone sei zwar schrecklich; umgebracht worden sei aber nur ein «winziger Teil» der moslemischen Bevölkerung in Bosnien.

Das Massaker von Srebrenica im Juli 1995 gilt als das grösste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

(sda)

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