SRG-Ombudsmann: SRF erwähnt Sänger innert sechs Tagen 60-mal

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SRG-OmbudsmannSRF erwähnt Sänger innert sechs Tagen 60-mal

Der Basler Sänger James Gruntz wurde während sechs Tagen auf SRF 3 rund 60-mal erwähnt. Nun nimmt der SRG-Ombudsmann Stellung.

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dp

Das im September erschienene Album «Waves» hat James Gruntz bei sich zuhause aufgenommen. Eine Führung durch sein Homestudio gibts im Video. (Video: James Gruntz/Tamedia)

- Am 15. September war der Basler Sänger James Gruntz Gast im Vormittagsprogramm von Radio SRF 3 und stellte sein neues Album vor.

- Am 16. September war James Gruntz Gast in der SRF-3-Spielsendung «Wochenrundschau».

- Am 17. September wurden auf SRF 3 verschiedene Titel von James Gruntz gespielt.

- Am 18. September wurde viermal eine Single von James Gruntz als Song des Tages präsentiert und redaktionell eingeordnet.

«Obskurer, mittelmässiger Sänger»

Für einen SRF-3-Hörer war das ein bisschen zu viel James Gruntz. Er beanstandete die wiederholte Behandlung des Künstlers auf Radio SRF 3. In einer E-Mail schrieb er: «In der Zeit vom 15. bis 18. September hat der Sender SRF 3 im redaktionellen Teil in diversen Sendegefässen auf massivste Art Werbung für einen obskuren, mittelmässigen Sänger namens James Gruntz und dessen Album ausgestrahlt.»

Tagelang sei sein Name hunderte Male genannt, seine Songs und der Hinweis auf sein neues Album auf penetranteste Weise beworben worden. Der Beschwerdeführer kritisiert die «masslose PR-Dauerberieselung», die den Eindruck erwecke, dass «hier bezahltes Marketing» im Spiel sei.

«Eine anerkannte Grösse in der Schweizer Kulturszene»

Im Schlussbericht der Ombudsstelle SRG, die 20 Minuten vorliegt, nimmt der zuständige Redaktionsleiter Stellung. Er verneint, bezahlte PR/Werbung zu machen. Schliesslich sei dies allen Radiosendern der SRG strikt verboten. Auch sei Gruntz mit sechs Musikalben ein etablierter und anerkannter Schweizer Musiker und eine anerkannte Grösse in der hiesigen Kulturszene. So hat Gruntz etwa zwei Swiss Music Awards sowie den Basler Pop-Preis gewonnen. Ausserdem sei Gruntz zum Zeitpunkt der Beanstandung mit seiner aktuellen Vorabsingle in den Top 50 der Schweizer-Single-Hitparade gestanden.

Zwischen dem 13. und 18. Oktober sei der Sänger höchstens 60-mal genannt worden, was nicht einer überdurchschnittlich Anzahl von Nennungen entspreche. Audio-Wirkungsforschungen hätten belegt, dass es im Schnitt bis zu 60 Einsätze eines einzelnen Songs/Künstlers brauche, bis dieser vom Publikum wahrgenommen werde, so der Redaktionsleiter. Er zeigt sich aber auch selbstkritisch: Es sei sicher nicht das Ziel, den Anschein von PR zu erwecken. Deshalb werde man die Ballung so nicht mehr handhaben.

«Richtige ‹Gruntz-Festspiele› auf SRF 3»

SRG-Ombudsmann Roger Blum unterstützt die Beanstandung des Hörers teilweise. «Das waren richtige ‹Gruntz-Festspiele› auf SRF 3, und die Redaktion hat ja auch gemerkt, dass es des Guten zu viel war und dass man künftig etwas zurückhaltender sein wird», schreibt er. Aber: Der Musiker sei ein mehrfach preisgekröntes Talent. «Es gab also durchaus Grund, sein neues Album zu würdigen.»

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