RhB-Unglücksstelle: SRF-Helikopter verstösst gegen Luftraumsperre

Aktualisiert

RhB-UnglücksstelleSRF-Helikopter verstösst gegen Luftraumsperre

Nach dem Zugunglück bei Tiefencastel verhängten die Behörden eine Luftraumsperre. Ein SRF-Heli hat das unabsichtlich missachtet - der Sender nimmt Stellung.

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saw
Nach dem Zugunglück in Tiefencastel verhängten die Behörden eine Luftraumsperre. Ein SRF-Helikopter hat dies unabsichtlich missachtet.

Nach dem Zugunglück in Tiefencastel verhängten die Behörden eine Luftraumsperre. Ein SRF-Helikopter hat dies unabsichtlich missachtet.

Ein Erdrutsch in Tiefencastel führte am Mittwoch dazu, dass ein Zug der Rhätischen Bahn (RhB) entgleiste. Insgesamt wurden elf Personen verletzt und noch immer befinden sich sechs davon in Spitalpflege.

Die Behörden hatten nach dem Unglück eine Luftraumsperre verhängt, um die Rettung durch vier Rega-Helikopter nicht zu gefährden. Doch laut Radio Grischa soll ein Helikopter des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), der Bilder vom Unglück machte, gegen das Flugverbot verstossen haben.

Pilot informierte sich

Nun hat das Schweizer Fernsehen zu den Vorwürfen Stellung genommen, demnach sei der Helikopter kurz nach 14 Uhr beim Studio Leutschenbach gestartet. «Der Pilot hat vor Antritt des Fluges alle ihm zur Verfügung stehenden Luftfahrtinformationen ausgedruckt und an Bord mitgenommen», heisst es in einer Mitteilung vom Freitagabend. Zum Zeitpunkt des Abfluges sei über das Daily Airspace Bulletin Switzerland (DABS) von Skyguide noch kein gesperrter Luftraum über Tiefencastel vermeldet worden.

Die Infomation über die Luftraumsperre sei über das DABS erst um 14.55 Uhr erfolgt und dem Pilot zu diesem Zeitpunkt in der Luft nicht zugänglich gewesen. «Der Pilot hat während dem Flug immer wieder auf diversen Funkkanälen versucht, die Kapo Graubünden zu erreichen, um eine Kommunikation mit den anderen Helikoptern sicher zu stellen», schreibt das SRF. Er habe dann über Funk einen Aufruf der Kapo Graubünden vernommen, auf den er auch geantwortet habe.

«Helikopter hat sich an generelle Regelung gehalten»

Der Pilot habe jedoch keine Rückantwort erhalten und sich aufgrund des Aufrufes entschieden, oberhalb von Tiefencastel zu landen, um über das Handy mit der Kapo Graubünden Kontakt aufzunehmen. «Dies gelang um 15.13 Uhr. Bei diesem Telefonat mit der Kapo Graubünden konnte ihm allerdings nicht gesagt werden, ob es eine Sperrung des Luftraumes gibt», so die SRF-Sprecherin Andrea Wenger. Etwa um 15.20 Uhr sei ein Polizei-Helikopter gelandet und dieser habe das SRF-Team sowie den Piloten über den gesperrten Luftraum informiert.

Daraufhin seien Journalistin und Kameramann per Taxi zum Bahnhof Tiefencastel gefahren und der Pilot sei mit dem Helikopter nach Zürich zurück gekehrt. «Der Helikopter, der für SRF im Einsatz stand, hat sich jederzeit an die generelle Regelung gehalten, die besagt, dass man sich einer Unfallstelle nicht näher als 500 Meter nähern darf. Sobald der Pilot von der Sperrung des Luftraumes Kenntnis hatte, ist er dieser Anweisung gefolgt.»

Der Helikopter, der für das SRF im Einsatz stand, sei zudem mit einem Anti-Kollisions-Warnsystem ausgerüstet und es sei zu keiner Zeit zu einer Annäherung mit einem anderen Helikopter gekommen. «SRF hat zu keiner Zeit irgendwelche Rettungsmassnahmen gefährdet», so Wenger.

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