Sendung zu Rassismus: SRF sagt Diskussion ab, weil niemand mit SVP-Köppel reden will
Aktualisiert

Sendung zu RassismusSRF sagt Diskussion ab, weil niemand mit SVP-Köppel reden will

SVP-Köppel wurde zu einer Rassismus-Diskussion beim Radio SRF eingeladen. Nun findet die Sendung nicht wie geplant statt. Es fanden sich keine passenden Diskussionspartner.

von
Thomas Mathis
Daniel Krähenbühl
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Nationalrat Roger Köppel wurde für eine Sendung angefragt.

Nationalrat Roger Köppel wurde für eine Sendung angefragt.

KEYSTONE
Dann aber wieder ausgeladen, wie er in einem Tweet schreibt.

Dann aber wieder ausgeladen, wie er in einem Tweet schreibt.

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«Gesprächsgäste dunkler Hautfarbe hätten abgesagt, nachdem sie erfahren hatten, dass auch ich teilnehme», sagt er.

«Gesprächsgäste dunkler Hautfarbe hätten abgesagt, nachdem sie erfahren hatten, dass auch ich teilnehme», sagt er.

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Das Radio SRF plante eine Sendung zum Thema Rassismus. Am Donnerstagabend hätte die Diskussionsrunde stattfinden sollen. Mit dabei auch SVP-Nationalrat Roger Köppel. Doch die Sendung wurde abgesagt, wie der Politiker am Dienstag in einem Tweet schreibt: «Eben hat mich Radio SRF aus einer Diskussionssendung ausgeladen.»

Auf Anfrage sagt Köppel, dass er dem Journalist spontan zugesagt habe, ohne zu wissen, welches Konzept er für die Sendung vorgesehen hatte. Später habe ihn der Journalist erneut kontaktiert und mitgeteilt, dass die Sendung abgeblasen werde. «Gesprächsgäste dunkler Hautfarbe hätten abgesagt, nachdem sie erfahren hatten, dass auch ich teilnehme. Sie hätten sich vor Morddrohungen meiner Wählerschaft gefürchtet», so Köppel.

Er spricht von einer Unterstellung, einer Diffamierung sondergleichen. «Wenn ich mich derart von den negativen Äusserungen von Andersdenkenden fürchten würde, dürfte ich an keiner Diskussion mehr teilnehmen.» Zudem: «Die Rassismusaktivisten wollen gar nicht diskutieren, sondern ihre Sichtweise ohne Diskussion durchdrücken. Hierbei sollte sich aber das Schweizer Fernsehen nicht zum Komplizen machen.» Der Fall zeige, dass sich das SRF die Agenda diktieren lasse.

«Entschieden, Sendung neu zu konzipieren»

Bei SRF heisst es auf Anfrage, dass die definitive Diskussionsrunde für die «Forum»-Sendung von Donnerstagabend zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststehe. «Ursprünglich war eine Sendung zum Thema Diskriminierung in der Sprache geplant.» In der Regel würden im Vorfeld solcher Sendungen verschiedene Gespräche mit potenziellen Diskussionsteilnehmenden geführt, darunter auch Roger Köppel.

Nach der Absage von Anja Glover habe die «Forum»-Redaktion noch keinen passenden Diskussionspartner gefunden. «Deshalb hat sich die Redaktion kurzfristig entschieden, die Sendung neu zu konzipieren. Das wurde Roger Köppel so mitgeteilt.» Grundsätzlich sei SRF stets um eine ausgewogene und faire Diskussion bemüht und orientiere sich an den publizistischen Leitlinien.

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