SRF-«Wilder» könnte für Zuschauerinnen und Zuschauer «traumatisierend» sein
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Experte rät von Serie abSRF-«Wilder» könnte für Zuschauende «traumatisierend» sein

Aktuell flimmert die vierte und damit letzte Staffel der SRF-Erfolgsserie «Wilder» über die heimischen Bildschirme. Einige Szenen sind allerdings nicht ganz unbedenklich.

von
Toni Rajic
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Die vierte Staffel von «Wilder» ist zugleich die letzte. Rosa Wilder, gespielt von Sarah Spale (41), begibt sich wieder auf Spurensuche.

Die vierte Staffel von «Wilder» ist zugleich die letzte. Rosa Wilder, gespielt von Sarah Spale (41), begibt sich wieder auf Spurensuche.

SRF/Pascal Mora
Ein privater Schicksalsschlag führt sie in das fiktive Dorf Oberwies im Bernbiet. Doch plötzlich soll sie in einem Mordfall Licht ins Dunkel bringen.

Ein privater Schicksalsschlag führt sie in das fiktive Dorf Oberwies im Bernbiet. Doch plötzlich soll sie in einem Mordfall Licht ins Dunkel bringen.

SRF/Pascal Mora
Hinzu kommt, dass Rosa Wilders Vater Paul vom Entführer Strunz bedroht wird.

Hinzu kommt, dass Rosa Wilders Vater Paul vom Entführer Strunz bedroht wird.

SRF/Pascal Mora

Darum gehts

  • Die vierte Staffel von «Wilder» ist zugleich die letzte.

  • Besonders zwei Folgen der beliebten Krimi-Serie haben es in sich.

  • «Ich würde sagen, dass es eine sehr emotionale Staffel ist», meinte Spale im Interview mit 20 Minuten.

  • Der Experte Jörg Weisshaupt schätzt die Show allerdings sogar als «problematisch» und «traumatisierend» ein.

  • «Wilder» ist immer dienstags um 20.05 Uhr auf SRF 1 zu sehen oder auf Play Suisse.

Der Quotenhit «Wilder» gehört zu den erfolgreichsten Eigenproduktionen des Schweizer Fernsehens aller Zeiten. Auch bei der vierten und letzten Staffel des Schweizer Krimis schalten noch immer über eine halbe Million Zuschauerinnen und Zuschauer pro Folge ein. Doch die Serie hat es in ihrem Finale ordentlich in sich. Dabei stechen vor allem zwei Szenen hervor:

Achtung Spoiler!

In der vierten Folge wird der Suizid vom Handwerker Zingg dargestellt. Dabei springt er von einer Staumauer in den Tod. Der freie Fall inklusive des Aufpralls am Boden wird dabei während ganzen 15 Sekunden gezeigt. In der letzten Folge ist es der erstummte Elias, der sich das Leben nimmt. Er wirft sich dabei vor ein Postauto. Auch hier werden der Fall und der Tote am Boden gezeigt.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Suizidgedanken? Oder hast du jemanden durch Suizid verloren?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

«Auch wenn vor allem die letzte Folge hart erscheint, würde ich sagen, dass es eine sehr emotionale Staffel ist. In der Vergangenheit gab es mehr Morde – in dieser Staffel haben wir uns etwas zurückgehalten. Trotzdem bin ich sicher, dass es an die Substanz geht», sagte Hauptdarstellerin Sarah Spale (41) im Interview mit 20 Minuten zum Staffelstart.

Auf Suizid-Darstellungen im TV verzichten

Doch gut zu reden sind die vom SRF gezeigten Szenen nicht. Sie seien gar «problematisch», sagt Jörg Weisshaupt vom Verein für Suizidprävention Ipsilon gegenüber «Nau». Es bestehe die Gefahr, dass Personen, welche von Suizid gefährdet sind, derartige Szenen nachahmen. «Es ist erwiesen, dass manche Formen der Darstellung von Suiziden weitere Suizide als sogenannte Imitationshandlungen hervorrufen können», sagt Weisshaupt weiter.

Zusätzlich zu beachten gilt es die aktuell herrschenden Umstände. Solche Szenen zu zeigen sei «problematisch in einer Zeit, wo pandemiebedingt die Suizidversuche von jungen Menschen erheblich zugenommen haben.» Allerdings können sich die Bilder auch auf nicht betroffene Zuschauerinnen und Zuschauer negativ auswirken: «Solche Darstellungen können auch seelisch gesunde Zuschauer traumatisieren», sagt Weisshaupt zur Newsplattform. Sein Rat an die Filmemacherinnen und Filmemacher ist klar: «Wenn ein Krimiautor eine Figur Suizid begehen lässt, sollte er auf die filmische Darstellung verzichten.»

Anfragen von 20 Minuten und «Nau» blieben bisher vom SRF unbeantwortet.

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