Aktualisiert 20.01.2016 18:04

Job beim RadioSRF würde Bewerbung von Sepp Blatter prüfen

Sepp Blatter will nach seinem Rücktritt Radiojournalist werden. Deutsche Sender machen ihm bereits Jobangebote – und auch beim SRF winkt man nicht ab.

von
lüs
Sepp Blatter überraschte bei seiner Medienkonferenz vom Montag mit seinen Zukunftsplänen.

Sepp Blatter überraschte bei seiner Medienkonferenz vom Montag mit seinen Zukunftsplänen.

Keystone/Ennio Leanza

Es war wohl die erstaunlichste Aussage von Sepp Blatter (79) bei seiner Medienkonferenz vom Montag: Der Fifa-Präsident kündigte an, er wolle nach seinem Rücktritt als Radiojournalist arbeiten.

Doch wäre Blatter bei den Radiosendern überhaupt gefragt? Beim grössten Privatradio der Schweiz, Radio 24, könnte man sich den Walliser durchaus als Mitarbeiter vorstellen. Programmleiter Marc Jäggi: «Ich sähe ihn bei uns als Talker.» Besonders interessiert ist Jäggi an den Beziehungen von Blatter, der mit Staatsmännern auf Du und Du steht: «Mit seinem Netzwerk würde er wunderbare Gäste vors Mikrofon bringen.» Auch Roger Schawinski, Gründer des Zürcher Senders Radio 1, wäre offen für eine Zusammenarbeit mit Blatter: «Darüber kann man reden. Etwa in Form eines Jobtauschs. Er macht neu meine Sendung ‹Doppelpunkt› und ich werde Fifa-Präsident.»

Auch vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) gibts für Blatter keine Absage. SRF-Sprecher Stefan Wyss sagt diplomatisch: «Wir prüfen jede Bewerbung, die bei uns eingeht.»

Stellenangebote aus Deutschland

Einen Job auf sicher hätte Blatter beim Radio Rottu Oberwallis. Geschäftsführer Matthias Bärenfaller: «Natürlich würden wir ihn sofort anstellen – immerhin befindet sich unsere Redaktion in Visp, also in Blatters Hometown.» Allerdings bezweifelt Bärenfaller, dass Blatter es mit seinen journalistischen Ambitionen wirklich ernst meint: «Ich glaube, auch nach seinem Rücktritt wird sein Platz eher auf der anderen Seite des Mikrofons sein.»

Doch nicht nur in seiner Walliser Heimat, sondern auch bei ausländischen Radiostationen fände man Gefallen an Blatter als Mitarbeiter. Etwa bei Radio 8, einem kleinen Sender in Mittelfranken in Deutschland, wo man ihm ein Praktikum in Aussicht stellt:

Gleich als Sportreporter anfangen könnte Blatter bei Hit Radio FFH im deutschen Bundesland Hessen:

Sollte Blatter wirklich Bewerbungen an Radiostationen verschicken, könnte er immerhin einschlägige Erfahrung vorweisen: Bereits vor seiner Anstellung bei der Fifa hatte er laut seinem offiziellen Lebenslauf als Journalist gearbeitet – in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit scheint auch noch sein Bild von der Medienlandschaft zu stammen. Blatter sagte am Montag, das Radio sei so beliebt, weil es 24 Stunden am Tag Informationen verbreite. Dabei habe er etwas vergessen, monieren zahlreiche Twitter-User:

Während die einen sich auf den Radiojournalisten Blatter freuen, wünschen sich andere, er würde es künftig geruhsamer angehen.

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