Aktualisiert 09.02.2011 16:29

Live aus MaltaSRG probt Konvergenz mit fünf Mikrofonen

Wenn Blerim Dzemaili in Malta den Medien Auskunft gibt, ist er von fünf Mikrofonen der SRG umzingelt. Dennoch setze man voll auf Synergien, beteuern die Verantwortlichen.

von
mdr
Trotz Zusammenarbeit war die SRG am Montagabend in Malta mit fünf Mikrofonen vertreten, als Blerim Dzemaili Auskunft gab. (Bild: Screenshot 20 Minuten Online)

Trotz Zusammenarbeit war die SRG am Montagabend in Malta mit fünf Mikrofonen vertreten, als Blerim Dzemaili Auskunft gab. (Bild: Screenshot 20 Minuten Online)

Das Interesse der Medien an Blerim Dzemaili war gross. Der Zürcher Fussballer ist am Mittwochabend gegen Malta das erste Mal seit knapp zwei Jahren wieder im Kreis der Schweizer Nationalmannschaft dabei. Deshalb berief der Fussballverband am Montag in Malta kurzfristig eine improvisierte Medienkonferenz ein, bei dem die Journalisten Dzemaili Fragen stellen konnten. Sechs Mikrofone zeichneten seine Aussagen auf. Erstaunlich dabei war, dass neben 20 Minuten Online die SRG gleich mit fünf Mikrofonen vor Ort war: das Schweizer Fernsehen (SF), Schweizer Radio (SR DRS), Radio Suisse Romande (RSR) - und gleich zweimal Radiotelevisione Svizzera Italiana (RSI). Und das, obwohl bei der SRG die Zeichen auf Konvergenz stehen.

Die SRG will durch Zusammenarbeit von Radio und Fernsehen Synergien nutzen. Dazu gehören auch gemeinsame Abteilungen, beispielsweise beim Sport. In der Deutschschweiz gilt die neue Organisation seit dem 1. Januar. In der Westschweiz wird die Konvergenz seit Anfang 2010 und in der italienischsprachigen Schweiz gar seit 2008 umgesetzt. Dass diese Änderungen noch keine Auswirkungen in Malta haben, erstaunt SRG-Sprecher Daniel Steiner nicht: «Es kann nicht alles auf einen Schlag zusammengelegt werden.» Für die Umsetzung der Konvergenz sei ein Zeitrahmen von maximal fünf Jahren vorgesehen.

Fernsehkommentator arbeitet fürs Radio

Dass es auch effizienter geht, zeigt sich gerade bei Sport-Grossproduktionen. So arbeiten aktuell bei der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen die Unternehmenseinheiten der SRG auch sprachenübergreifend eng zusammen, wie Steiner sagt. Und das nicht nur bei der Nutzung der Infrastruktur oder dem Austausch von Bild- oder Tonmaterial: «Fernsehkommentatoren holen wie bei den Überseeveranstaltungen des Ski-Weltcups oder jüngst bei den Australian Open nach dem Wettkampf auch Stimmen fürs Radio ein.» Bei der Nationalmannschaft in Malta hat dies offensichtlich nicht funktioniert. Warum, kann niemand genau erklären. Konvergenz bedeute nicht, dass in allen Fällen nur noch ein Journalist vor Ort sei, heisst es bei der SRG. Immerhin hat das Fernsehen kooperiert: «Die SRG hatte an der Pressekonferenz mit Blerim Dzemaili lediglich eine Kamera im Einsatz», sagt Steiner. Diese habe die Fernsehbilder für alle drei Sprachregionen geliefert.

Dzemaili zum Comeback

Dass die RSI gleich mit zwei Mikrofonen vor Ort war, erklären die Verantwortlichen mit den besonderen Umständen. «Wir hatten je einen Live-Berichterstatter für das Radio und für das Fernsehen, die nicht mit der gleichen Technik arbeiten», sagt RSI-Kommunikationschefin Stefania Verzasconi. Deshalb habe es zwei Mikrofone gebraucht. Es sei aber nur ein Team im Einsatz gewesen. Ohne Live-Kommentar sei die Situation eine andere, sagt Verzasconi: «Dann arbeiten wir mit Radio und Fernsehen der anderen Sprachregionen zusammen.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.