Aktualisiert 03.05.2006 21:44

St.Gallen gerettet - Basel und Zürich im Gleichschritt

St.Gallen hat sich dank einem 1:0-Sieg gegen Xamax vom Abstiegskampf verabschiedet. Im Kampf um den letzten Uefa-Cup-Platz bezwang GC die Young Boys mit 1:0. An der Tabellenspitze ziehen Basel (3:1 in Yverdon) und Zürich (3:1 in Thun) weiter einsame Kreise.

Im Duell zweier Abstiegskandidaten gab es zwischen Aarau und Schaffhausen keinen Sieger. Albert Baning und Moreno Merenda erzielten innert fünf Minuten die Treffer zum 1:1-Unentschieden. Zumindest in der ersten Halbzeit machte sich der Trainerwechsel Aaraus von Alain Geiger zu Urs Schönenberger nicht bemerkbar. Die Gäste hatten das Spieldiktat und durch Daniel Tarone auch die beste Chance (43.). Erst nach dem Seitenwechsel fanden die Aarauer besser ins Spiel. Doch das gut gestellte Abwehrdispositiv der Schaffhauser, die das fünftbeste Auswärtsteam der Liga stellen, verwehrte den Gastgebern gute Chancen. Erst knapp eine Viertelstunde vor Schlus spielten sich die Aarauer über die linke Seite durch, und die Flanke von Fabrice Ehret verwertete Baning mit einem sehenswerten Hechtköpfler (78.). Doch nur kurze Zeit später gelang Merenda der für die Gäste wichtige Ausgleich; Aarau ist nunmehr schon seit acht Partien ohne Sieg.

GC Sieger im «UEFA-Cup-Duell» gegen YB

Dank dem Treffer von Demba Touré bezwangen die Grasshoppers im direkten Duell um einen Europacup-Platz die Young Boys 1:0. Die Berner verloren erstmals wieder seit dem Cupfinal und zuletzt drei Siegen de suite. Die Partie im Hardturm vor lediglich 4700 Zuschauern war geprägt von gegenseitiger Vorsicht und vor allem seitens der Young Boys von einem ultradefensiven Konzept. Zwar schickte Krassimir Balakov nach der Suspendierung des (ohnehin gesperrten) Abwehrchefs Igors Stepanovs eine Dreier-Abwehr aufs Feld und stellte davor drei defensiv orientierte Mittelfeldspieler auf. Die Folge war, das sich die beiden Formationen zumeist neutralisierten, und vor dem Seitenwechsel einzig Tourés Kopfball schon in der 2. Minute einziger Höhepunkt blieb. Die Young Boys tauchten erstmals kurz vor der Pause gefährlich im gegnerischen Strafraum auf, doch Fabio Coltorti war entscheidend schneller als Carlos Varela. Für die zweite Halbzeit gruppierte Balakov seine Mannschaft wieder nach bewährtem Muster, verzichtete aber auf einen Wechsel. Und in der vierten Partie in Folge, in der der GC-Trainer zur Pause nicht wechselte, gewannen die Zürcher. Dass das Tor glückhaft und nach einem Abwehrfehler der Young Boys entstand, war letztlich logische Folge des taktisch geprägten Spiels. Michel Renggli fiel der Ball nach einer unglücklichen Abwehr von Tiago vor die Füsse, und Renggli lancierte ideal Touré, der mit seinem dritten Meisterschaftstor den Sieg für die Grasshoppers realisierte.

Callàs späte Erlösung

Ein tonnenschwerer Stein fiel den Ostschweizer Fans in der 87. Minute vom Herzen. Mit einem herrlichen Kopfball erlöste Davide Callà den FC St. Gallen und markierte das entscheidende 1:0 gegen Xamax, das den Ligaerhalt bedeuten dürfte. Bis drei Minuten vor Schluss mussten sich 8000 Zuschauer im Espenmoos in einem trostlosen Spiel gedulden, bis Verteidiger Marc Zellweger an die Grundlinie vorpreschte, flankte und Callà vollstreckte. St. Gallen wirkte über weite Strecken verängstigt und blockiert. Kaum eine Aktion gedieh. Vorsicht genoss oberste Priorität. Die Angst vor dem Versagen kickte mit. Xamax' Vorstellung war noch dürftiger. Die Neuenburger präsentierten sich trotz den beiden Heimsiege zuletzt gegen Schaffhausen und Aarau völlig verunsichert und wagten nichts. Sie warteten nur in der Defensive ab und verzeichneten keine einzige Torchance. Xamax agierte wie ein Absteiger.

Die Gelassenheit der Dauersieger

Zürich bewegt sich zusammen mit dem Champion Basel seit Monaten in einer eigenen Kategorie. Die Formstärke des FCZ bekam nun auch Thun zu spüren: Trotz ihrem besten Auftritt in der Rückrunde unterlagen die Berner Oberländer 1:3. Die Gäste traten auf wie eine Equipe, die nun 22 Spiele in Serie nicht mehr verloren hat - selbstbewusst, selbst unter Druck ohne jegliche Hektik, phasenweise sogar mit dem minimalistischen Kalkül des Dauersiegers, mit einer Stilsicherheit, der das Gros der nationalen Konkurrenz im Normalfall nichts Gleichwertiges zu entgegnen hat. Nach nur einer Hälfte zeichnete sich ab, dass Thun die dritte Niederlage gegen die Zürcher in dieser Saison nicht mehr würde abwenden können.

Ausser in der Startphase beanspruchte der Tabellenzweite die Vorteile im Strafraum und nur nach Xavier Margairaz' Kopfballtor (10.) das Glück, als Savic einen Ball an die Latte setzte. Sekunden vor dem Pausenpfiff leistete sich Deumi die Dummheit des Abends. Der Kameruner legte den Ball mit der Brust Rafael vor. Mühelos gelang dem Brasilianer die frühe Siegsicherung. Gewiss, nachdem Fayé verkürzte, unternahmen die Mannschaft von Trainer Peischl mehr als der genügsame FCZ. Und doch blieb der erfolgreiche Schlusspunkt Zürich vorbehalten: Stanic schoss in der 90. Minute das 3:1.

Majstorovic brachte Basel auf Kurs

Mehrere gravierende Abwehrfehler kosteten Yverdon eine Ehrenmeldung gegen den Titelhalter. Basels Verteidiger Majstorovic, Petric und Sterjovski nahmen die Offerten der Romands an und ebneten den Weg zum 3:1-Pflichtsieg. Eine halbe Stunde lang wehrte sich der abstiegsbedrohte Gastgeber im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten. Zumindest gelang es ihm, die zunächst nur um die Ballkontrolle bemühten Bebbi vom eigenen Torhüter fernzuhalten. Eine Flanke Kuzmanovics veränderte das Bild. Die Vorlage erreichte Daniel Majstorovic. Um den landesweit bekannt kopfballstarken Schweden kümmerte sich im Strafraum kein Waadtländer - das 0:1 war die Konsequenz dieser Desorientierung. Ähnlich unorganisiert präsentierte sich Yverdon auf dem Weg zum zweiten Gegentor. Einen weiten Einwurf von Bruno Berner verfehlte gleich der gesamte Abwehrverband. Es war im Sinne Mladen Petrics. Der Kroate markierte aus geringer Distanz das entscheidende 2:0. Gefahr drohte den Baslern danach kaum mehr, mit zu dünner Brust versuchte Yverdon ausschliesslich den Schaden zu begrenzen. Von einer spektakulären Aufholjagd waren die Westschweizer um Lichtjahre weiter entfernt als die Bebbi vom Titelhattrick.

Super League, 34. Runde. Am Mittwoch:

Aarau - Schaffhausen 1:1 (0:0)

Brügglifeld. - 4400 Zuschauer. - SR Nobs.

Tor: 78. Baning 1:0. 83. Merenda 1:1.

Aarau: Colomba; Eugster, Carreño, Christ, Ehret; Burgmeier (7. Menezes), Bättig, Baning, Bekiri; Bieli (8. Neri), Giallanza.

Schaffhausen: Herzog; Tsawa, Sereinig, Pires; Senn, Tarone (79. Gil), Diogo, Truckenbrod (79. Da Silva), Fernando; Todisco (67. Weller), Merenda.

Bemerkungen: Aarau ohne Berisha, Schenker, Schmid und Simo (alle verletzt), Schaffhausen ohne Rama (verletzt). - 8. Bieli verletzt ausgeschieden (Schulter). - Verwarnungen: 44. Burgmeier, 45. Todisco (beide Foul), 81. Ehret (Reklamieren).

Grasshoppers - Young Boys 1:0 (0:0)

Hardturm. - 4700 Zuschauer. - SR Busacca.

Tor: 62. Touré 1:0.

Grasshoppers: Coltorti; Mitreski, Denicolà, Jaggy; Renggli, Seoane (89. Roland Schwegler), Sutter; Pavlovic (75. Raul Cabanas), Salatic, Dos Santos, Touré (86. Leandro).

Young Boys: Wölfli; Sermeter, Tiago, Gohouri, Hodel; Pirmin Schwegler, Yapi Yapo; Varela (68. Christian Schwegler), Yakin (68. Shi Jun), Raimondi; Häberli (46. João Paulo).

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Stepanovs (gesperrt und suspendiert), Peralta, Viveros (beide verletzt) und Eduardo (rekonvaleszent), Young Boys ohne Everson (verletzt). - Verwarnungen: 26. Pavlovic (Foul), 64. Pirmin Schwegler (Foul).

St.Gallen - Neuchâtel Xamax 1:0 (0:0)

Espenmoos. - 8000 Zuschauer. - SR Wildhaber.

Tor: 87. Callà 1:0.

St.Gallen: Razzetti; Zellweger, Montandon, Maric, Cerrone; Callà, Fabinho, Gjasula, Marazzi; Hassli (71. Ljubojevic), Alex (84. Agouda).

Neuchâtel Xamax: Bedenik; Lubamba, Cordonnier, Aka'a; Nuzzolo, Lombardo, Lalic (77. Munoz), Geiger; Rey (83. Maraninchi), Coly; Sehic.

Bemerkungen: St.Gallen ohne Koubsky (verlett). Xamax ohne Besle (gesperrt), Mangane und Hürlimann (verletzt). 80. Gelb-Rote Karte für Lubamba (Foul). 24. Rey, 28. Cerrone (beide Foul), 78. Alex und Lubamba (beide Unsportlichkeit), 89. Maraninchi (Foul), 93. Cordonnier und Agouda (beide Unsportlichkeit).

Thun - Zürich 1:3 (0:2)

Lachen. - 4650 Zuschauer. - SR Petignat.

Tore: 10. Margairaz 0:1. 45. Rafael 0:2. 55. Fayé 1:2. 90. Stanic 1:3.

Thun: Lopar; Sinani, Hodzic, Deumi, Duruz; Ferreira (51. Ba), Friedli, Adriano, Savic (66. Cengel); Senn, Gelson (51. Fayé).

Zürich: Leoni; Nef, Filipescu, Von Bergen, Schneider; Dzemaili; Rafael (84. Stanic), Margairaz (69. Stahel), César; Alphonse, Keita (72. Abdi).

Bemerkungen: Thun ohne Gerber, Orman, Aegerter, Di Fabio (alle verletzt), FCZ ohne Inler (gesperrt), Stucki (krank), Di Jorio (verletzt). 11. Lattenschuss Savic. Verwarnungen: 8. Savic (Schwalbe), 42. Schneider (Foul), 83. Filipescu (Reklamieren).

Yverdon - Basel 1:3 (0:1)

Municipal. - 4320 Zuschauer. - SR Rogalla.

Tore: 36. Majstorovic 0:1. 51. Petric 0:2. 87. Sterjovski 0:3. 89. Cerino 1:3.

Yverdon: Gentile: Noseda, Alexandre, Jaquet (58. Marsiglia), Jenny; Darbellay, N'Diaye (85. Moser), Gomes, Biscotte; Marçao (76. Dugic), Cerino.

Basel: Zuberbühler; Zanni, Majstorovic, Ba, Berner; Ergic (67. Degen); Kuzmanovic, Delgado, Chipperfield (74. Sterjovski); Eduardo (81. Carignano), Petric.

Bemerkungen: Yverdon ohne Milicevic, El Haimour (beide gesperrt), Malacarne (krank), FCB ohne Smiljanic, Dzombic, Yakin (alle verletzt). 85. Lattenschuss Cerino. Verwarnung: 8. N'Diaye (Foul).

Das Restprogramm:

Basel: Schaffhausen (a), Young Boys (a), Zürich (h).

Zürich: Yverdon (h), Basel (a).

Young Boys: Thun (h), Basel (h), Yverdon (a).

Grasshoppers: Xamax (a), Aarau (h).

Thun: Young Boys (a), Xamax (h).

St.Gallen: Aarau (a), Schaffhausen (h).

Schaffhausen: Basel (h), St.Gallen (a).

Yverdon: Zürich (a), Young Boys (h)

Neuchâtel Xamax: Grasshoppers (h), Thun (a).

Aarau: St.Gallen (h), Grasshoppers (a).

Modus:

Kriterien bei Punktgleichheit: 1. Tordifferenz. 2. Plustore. 3. Punkte in Direktbegegnungen. 4. Los.

(si)

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