Metropolraum St. Gallen-Bodensee: «St. Gallen ist nicht das Vorzimmer von Zürich»
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Metropolraum St. Gallen-Bodensee«St. Gallen ist nicht das Vorzimmer von Zürich»

Die Region St. Gallen-Bodensee soll zum «Metropolitanraum» werden. Dadurch soll die Region nicht mehr als Vorzimmer der Wirtschaftsregion Zürich betrachtet werden.

Sollen Teil des geplanten Metropolitansraums werden: das Rheintal und Vorarlberg mit dem Bodensee.

Sollen Teil des geplanten Metropolitansraums werden: das Rheintal und Vorarlberg mit dem Bodensee.

Die St. Galler Regierung hat den Auftrag, zusammen mit den Nachbarkantonen, dem Land Vorarlberg und dem Fürstentum Liechtenstein die Bildung eines solchen Wirtschaftsraums voranzutreiben.

Der Kantonsrat stellte sich am Dienstag bei der Beratung des Standortförderungsprogramms 2015 bis 2018 klar hinter einen Metropolitanraum. Die Idee, die von den beiden St. Galler Ständeräten Paul Rechsteiner (SP) und Karin Keller-Sutter (FDP) stammt, wurde von allen Fraktionen begrüsst.

Wirtschaftsmotor

«Metropolitanregionen sind die Wirtschaftsmotoren», sagte Kommissionspräsident Peter Hartmann (SP, Flawil). Als Metropolitanregion soll die Ostschweiz ihr wirtschaftliches Potenzial stärker ausschöpfen, die Kräfte bündeln und in der Schweizer Politik selbstbewusst auftreten.

«Die Region ist nicht das Vorzimmer der Wirtschaftsregion Zürich», stellte die FDP-Fraktion fest. Für SP und Grüne darf die Ostschweiz kein weisser Fleck zwischen den Grossregionen Zürich und München sein.

Auch Erwin Böhi (SVP, Wil) sprach von einer nützlichen Institution. Ein politischer Schönheitsfehler sei, dass die Parlamente zu wenig zu sagen hätten. Böhis Antrag, beim Metropolitanraum die Parlamente einzubeziehen, lehnte der Rat jedoch mit 76 zu 30 Stimmen ab.

Verkehrsinfrastruktur und Gewerbeflächen

Regierungsrat Benedikt Würth zeigte sich gewillt, die Bildung eines Metropolitanraums voranzutreiben. «Zu einem solchen Raum gehören auch Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur - nicht nur in den öffentlichen Verkehr», betonte der Volkswirtschaftsdirektor.

Zudem brauche es genug Gewerbeflächen. Dazu wolle der Kanton Areale entwickeln und Umnutzungen voranbringen. «Wichtig ist auch ein durchlässiger Arbeitsmarkt», sagte Würth weiter. Hier bestehe ein Widerspruch zur vom Volk angenommenen Masseneinwanderungs-Initiative.

Die Regierung soll nun zusammen mit den Nachbarkantonen Thurgau und den beiden Appenzell, dem Land Vorarlberg sowie dem Fürstentum Liechtenstein eine «eigenständige, trinationale Metropolitanregion St. Gallen-Bodensee» initiieren, wie der gutgeheissene Antrag der vorberatenden Kommission lautet. (sda)

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