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Schnellverfahren gegen ChaotenSt. Gallen macht kurzen Prozess mit Hooligans

Die St. Galler Staatsanwaltschaft will beim Fussball-Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Basel am kommenden Sonntag allfällige Hooligans erstmals unmittelbar nach dem Spiel verurteilen. Das ist ein Novum in der Schweiz. Ein Untersuchungsrichter schiebt Pikett.

Thomas Hansjakob, Erster Staatsanwalt im Kanton St. Gallen, bestätigte entsprechende Meldungen der Sendung «Schweiz aktuell» des Schweizer Fernsehens vom Montag und einen Bericht des «Blick am Abend» vom Dienstag. Von einem Schnellgericht könne aber nicht die Rede sein. Schnellverfahren gebe ist im Kanton St. Gallen bereits.

Schon heute würde zum Beispiel gegen Kleindealer von einem Einzelrichter ein Strafbescheid ausgestellt. Diese Einzelrichterbefugnis komme ab Sonntag beim Fussball zum Tragen. Voraussetzung sei, dass das Strafmass unter einer Freiheitsstrafe von drei Monaten oder bei Geldstrafe unter 90 Tagessätzen liege.

Damit ein Untersuchungsrichter am Sonntag in der AFG Arena mit allfälligen Chaoten kurzen Prozess machen kann, müssen laut Hansjakob eindeutige Videobeweise vorliegen. «Wir rechnen mit einem friedlichen Spiel», sagte der St. Galler Staatsanwalt. «Sollte es wider Erwarten zu Ausschreitungen kommen, sind wie aber parat.»

Der Vorsteher des eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), Bundesrat Ueli Maurer, hatte unlängst solche Schnellverfahren gegen Fussball-Chaoten gefordert.

(sda)

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