St. Gallen mit fetten Zahlen
Aktualisiert

St. Gallen mit fetten Zahlen

Die Staatsrechnung 2007 des Kantons St. Gallen schliesst bei einem Aufwand von 3,767 Milliarden Franken mit einem Ertragsüberschuss von 132 Millionen Franken.

Höhere Steuereinnahmen und Vermögenserträge haben wesentlich zum hohen Plus beigetragen.

Budgetiert war ein marginales Defizit von 3,5 Millionen Franken. Die Besserstellung gegenüber dem Voranschlag beträgt somit 135,5 Millionen Franken. Dieses gute Ergebnis stehe in Zusammenhang mit der guten Wirtschaftslage, sagte der scheidende Finanzchef Peter Schönenberger (CVP) am Mittwoch in St. Gallen vor den Medien.

Höhere Steuereinnahmen

Der Kanton St. Gallen nahm im vergangenen Jahr 65,8 Millionen Franken mehr Steuern ein als budgetiert. Der grösste Teil davon, 30,8 Millionen, stammt von natürlichen Personen. Dagegen betragen die Mehreinnahmen bei den Steuern von Unternehmen 7,2 Millionen.

Laut Rainer Zigerlig, Leiter des Steueramts, ist im Kanton St. Gallen auch die Quellensteuer eine nicht mehr vernachlässigbare Grösse. Insgesamt gingen im letzten Jahr 46,4 Millionen Franken an Quellensteuer ein; das sind 7,6 Millionen mehr als 2006. Das Geld stammt von Grenzgängern aus Österreich und deutschen Arbeitnehmern.

Weniger Ausgaben

Der direkte Finanzausgleich zwischen dem Kanton St. Gallen und den 88 Gemeinden hat sich ebenfalls positiv auf die Staatsrechnung ausgewirkt. Weil die Gemeinden ebenfalls gute Abschlüsse vorwiesen, mussten im vergangenen Jahr durch den Kanton 16,7 Millionen Franken weniger Ausgleichsbeiträge bezahlt werden als budgetiert war.

Um rund 20 Millionen Franken geringer als veranschlagt fiel auch der Aufwand für die Verbilligung der Krankenkassenprämien aus. Schönenberger führt dies darauf zurück, dass die steuerpflichtigen Einkommen, die für die Prämienverbilligung eine Rolle spielen, dank der Wirtschaftsentwicklung stärker als erwartet angestiegen sind.

1 Milliarde Eigenkapital

Der Ertragsüberschuss wird dem freien Eigenkapital zugewiesen. Dieses steigt dadurch auf 472 Millionen Franken. Dazu kommt besonderes Eigenkapital in der Höhe von 612 Millionen Franken aus dem Erlös aus dem Verkauf des Nationalbankgolds. Demzufolge verfügt der Kanton St. Gallen über ein Eigenkapital von einer Milliarde.

Der Ertrag aus dem Anlagevermögen hat laut Schönenberger ebenfalls zum guten Ergebnis in der Rechnung 2007 beigetragen. «Schon geringe Zinserhöhungen führten zu erklecklichen Mehrerträgen bei den Aktivzinsen», erklärte der St. Galler Finanzdirektor.

Schönenberger-Ära geht zu Ende

Schönenberger präsentierte am Mittwoch letztmals eine Staatsrechnung; es tat dies insgesamt 16 Mal. Ende dieser Legislatur tritt der CVP-Politiker aus Mörschwil zurück.

Der totale Ertragsüberschuss von 1992 bis 2007 in der laufenden Rechnung beträgt 701 Millionen Franken. Das macht im Durchschnitt 43,8 Millionen Franken im Jahr, wie Schönenberger ausführte. Zwölf Ertragsüberschüssen von insgesamt 850 Millionen Franken stehen gerade vier Defizite von total 164,5 Millionen Franken gegenüber.

Der höchste Ertragsüberschuss beläuft sich auf 164,5 Millionen Franken und stammt aus dem Jahr 2006. Das grösste Defizit musste im Jahr 2002 als Folge der Börsenbaisse mit 116,8 Millionen Franken hingenommen werden. Wer Schönenbergers Nachfolge antreten wird, ist offen. Am 4. Mai findet der zweite Wahlgang in die Regierung statt.

(sda)

Deine Meinung